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steuernSeit Anfang 2007 lassen sich Kosten für das Arbeitszimmer zu Hause nur noch steuerlich absetzen, sofern es „den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit“ darstellt. Das bedeutet einen klaren Steuernachteil beispielsweise für alle Lehrer oder auch Außendienstler, die zur Ausübung ihres Berufs einen nicht unbeträchtlichen Teil ihrer Arbeitszeit am heimischen Schreibtisch zubringen müssen. Denn auch sie konnten zuvor bis zu 1.250 Euro pro Jahr an Kosten für ihr Arbeitszimmer in der Steuererklärung geltend machen, sofern ihre berufliche Tätigkeit mindestens zu 50 Prozent zu Hause erfolgte oder kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung stand. Zu diesen Kosten zählen alle Aufwendungen, die das Zimmer selbst betreffen (prozentualer Anteil der Quadratmeterzahl im Verhältnis zur Gesamtfläche der Wohnung/des Hauses). Im Einzelnen fallen hierunter beispielsweise die entsprechenden Kostenanteile für Miete, Wasser und Energie, Reinigung, Müllabfuhr und Schornsteinfeger, Gebäude-Abschreibung, Zinsen für Gebäudekredit, Grundsteuer, Gebäudeversicherung.

Nach zahlreichen Klagen scheint es jetzt so, als könnte die Abschaffung dieser Regelung wieder rückgängig gemacht werden, denn der Bundesfinanzhof (BFH) hält die Änderung von 2007 für wahrscheinlich nicht verfassungsgemäß und hat dies in einem Beschluss vom 25. August 2009 dargelegt (siehe Pressemitteilung Nr. 88 vom 16. September 2009). Anlass war die erfolgreiche Klage eines Lehrer-Ehepaars aus Niedersachsen, in dessen Fall das zuständige Finanzamt sogar die Ausgaben fürs Arbeitszimmer wieder als Freibetrag auf den Lohnsteuerkarten eintragen musste.

Bis das Hauptverfahren abgeschlossen ist (was noch bis Ende 2010 dauern kann), erhalten Betroffene zunächst jedoch noch kein Geld vom Finanzamt zurück bzw. müssen die Kosten erst mal weiterhin zahlen. Allerdings gelten alle Steuerbescheide für 2007 und 2008 bezüglich der Arbeitszimmeraufwendungen jetzt als vorläufig, so dass kein Extra-Einspruch eingelegt werden muss. Sollte das Urteil zugunsten der Steuerzahler ausfallen, werden die vorläufigen Steuerbescheide entsprechend geändert.

Wichtig für die Steuererklärung 2009 bzw. bis zum endgültigen Urteil noch abzugebende Erklärungen: Nur wer weiterhin in der Steuererklärung Kosten für sein häusliches Arbeitszimmer angibt kann nach einem entsprechenden Gerichtsurteil auch Geld vom Finanzamt zurückbekommen.

Bei allen Steuerbescheiden sollten die Steuerzahler außerdem darauf achten, dass der Bescheid beim Punkt Erläuterungen tatsächlich den Vorläufigkeitsvermerk enthält. Falls er fehlt, hat man vier Wochen Zeit, ihn nachträglich einzufordern.

Übrigens: Arbeitsmittel und Einrichtungsgegenstände, die ausschließlich beruflich genutzt werden, sind nach wie vor voll absetzbar, auch wenn die Kosten für das Arbeitszimmer nicht anerkannt werden können, zum Beispiel Schreibtische, Bürostühle, Regale und Computer.

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