Private Rentenversicherung

Ein großer Pluspunkt der privaten Rentenversicherung: Die Rente muss nur zu einem kleinen Teil versteuert werden – im Gegensatz zu allen anderen Rentenformen, die voll einkommensteuerpflichtig sind. Generell eignet sie sich für Selbständige und Freiberufler als Sicherheitsbaustein in der Altersvorsorge. Arbeitnehmer sollten allgemein erst einen Riestervertrag oder eine Form der betrieblichen Altersversorgung wählen, bevor sie als dritten Baustein der Altersvorsorge eine private Rentenversicherung abschließen, da sie fürs Riestersparen und bei der betrieblichen Altersvorsorge staatliche Förderungen erhalten.

Das Prinzip und die Varianten der privaten Rentenversicherung werden im Folgenden erläutert. Ob sie für Sie eine geeignete Form zur Ergänzung der Altersvorsorge darstellt, hängt von Ihren persönlichen Voraussetzungen ab. Unterstützung bei der Entscheidung finden Sie zum Beispiel bei einem unabhängigen Finanzberater oder Ihrer örtlichen Verbraucherzentrale.

Wie funktioniert die private Rentenversicherung?

Die private Rentenversicherung ist im Grunde eine Art Kapitallebensversicherung. Man zahlt über einen gewissen Zeitraum regelmäßig Beiträge ein, die angesparte und verzinste Summe (garantierter Zinssatz: 2,25 Prozent) wird inklusive eventuellen Überschüssen zu einem vereinbarten Zeitpunkt, dem Rentenbeginn, ausgezahlt. Die Höhe der Auszahlung ergibt sich aus den eingezahlten Beträgen bzw. der vereinbarten garantierten Rente, dem Geschlecht des Versicherten sowie seinem Alter zum Auszahlungszeitpunkt.

Drei wesentliche Unterschiede bestehen jedoch gegenüber der klassischen Kapitallebensversicherung: 1.) Man hat ein Kapitalwahlrecht. Dies bedeutet, dass man sich die angesparte Summe nicht auf einmal auszahlen lassen muss, sondern man kann sie auch in Form lebenslanger monatlicher Rentenzahlungen erhalten. Spätestens drei Monate vor Rentenbeginn muss man beantragen, wie das Kapital ausgezahlt werden soll. 2.) Die private Rentenversicherung umfasst keinen Todesfallschutz, das heißt, das Geld, das nach Ablauf der eventuell vereinbarten Rentengarantiezeit hinaus noch übrig ist, ist für die Angehörigen verloren. 3.) Schließlich bedarf es anders als bei der Kapitallebensversicherung keiner Gesundheitsprüfung, um eine private Rentenversicherung abzuschließen.

Garantierte Rente und Überschussbeteiligung

Anders als bei der gesetzlichen ist bei der privaten Rentenversicherung eine bestimmte Rentenhöhe garantiert. Zu dieser garantierten oder Mindestrente hinzu kommen die Überschüsse, die das Versicherungsunternehmen erwirtschaftet. Je nachdem, wie erfolgreich das Unternehmen hierbei ist, können die Überschüsse einen Zuschlag zwischen 20 und 80 Prozent auf die garantierte Rente bedeuten.

Auszahlungszeitpunkt

Bei Vertragsabschluss wird der Auszahlungszeitpunkt der Rentenzahlung festgelegt, beispielsweise auf das 60. oder 65. Lebensjahr des Versicherten. Der Rentenbeginn kann nachträglich um bis zu fünf Jahre nach vorne oder nach hinten verlegt werden. Dadurch vermindert bzw. erhöht sich die Rente entsprechend.

Rentengarantiezeit

Wer Angehörige hat, sollte eine sogenannte Rentengarantiezeit vereinbaren. Sie liegt meist bei fünf oder zehn Jahren. Stirbt der Versicherte während dieser Zeit, wird die Rente für den verbleibenden Rest der Rentengarantiezeit an die Hinterbliebenen weitergezahlt.

Zwei Varianten der privaten Rentenversicherung: Anspar- bzw. aufgeschobene Rente und Sofortrente

Bei der Anspar- oder aufgeschobenen Rente zahlt man wie oben beschrieben regelmäßige Beiträge und erhält das Geld nach Ablauf des Vertrags je nach gewählter Form auf einen Schlag oder in monatlichen fixen Renten.

Bei der Sofortrente zahlt man einmalig einen hohen Betrag (ab mehreren 10.000 Euro) in eine private Rentenversicherung und erhält sofort eine monatliche Rente bis zum Lebensende. Diese Methode eignet sich beispielsweise, wenn Sie etwas geerbt haben oder eine größere gesparte Summe frei wird. Auch bei der Sofortrente kann man eine Rentengarantiezeit vereinbaren. Sie schmälert die Rendite jedoch etwas. Vorteilhaft an der Sofortrente ist, dass – anders als bei der Ansparrente, bei der die Rentenhöhe erst kurz vor Vertragsende feststeht – die genaue Rentenhöhe von Anfang an bekannt ist.

Vor- und Nachteile der privaten Rentenversicherung

Ein Vorteil der privaten Rentenversicherung ist, dass bei einem Auszahlungsalter von 65 Jahren nur 18 Prozent der monatlichen Rentenzahlungen versteuert werden müssen. Denn nur der Ertragsanteil unterliegt der Einkommensteuer. Riester- und Betriebsrenten sind dagegen zu 100 Prozent einkommensteuerpflichtig. Zudem ist die Rendite, wenn auch nicht sehr hoch, so doch auf jeden Fall sicher.

Im Vergleich zur betrieblichen Altersvorsorge haben Sie bei der privaten Rentenversicherung etwas mehr Spielraum: Sie können selbst entscheiden, welches Produkt Sie wählen. Demgegenüber erspart Ihnen die betriebliche Altersvorsorge Formalitäten und bietet häufig bessere Konditionen als die private Rentenversicherung. Idealerweise kombinieren Sie beides.

Zu bedenken ist aber, dass bei einer Kündigung der privaten Rentenversicherung viel Geld einfach weg sein kann. Besonders wer in den ersten Jahren kündigt, hat größere finanzielle Verluste, da die Abschlusskosten für den Vertrag direkt zu Beginn anfallen. Die Vereinbarung einer sogenannten Beitragsrückgewähr bringt in der Regel niedrigere Rentenzahlungen mit sich. Sie lohnt sich auch nur in der Ansparphase, denn in der Auszahlungsphase werden bereits ausgezahlte Beträge von der Rückzahlung abgezogen.

Tipps und Hinweise

  • Wie immer gilt: Vergleichen Sie die Angebote der einzelnen Versicherer genau, bevor Sie eine private Rentenversicherung abschließen. Abschlusskosten und Überschussentwicklung können sehr unterschiedlich ausfallen.
  • Wer seine Beiträge zur privaten Rentenversicherung jährlich statt monatlich, viertel- oder halbjährlich zahlt, spart Ratenzahlungszuschläge, die die Rendite schmälern.
  • Zur Absicherung einer Familie im Fall Ihres Todes reichen die Zahlungen der privaten Rentenversicherung kaum aus. Hierfür sollte man eventuell zusätzlich eine günstige Risikolebensversicherung abschließen.
  • Von Versicherungsverträgen mit einer Dynamikklausel rät z. B. die Stiftung Warentest ab. Der Grund: Die jährlich steigenden Beiträge kosten unnötig viel Geld, da bei jeder Dynamikstufe wieder Abschlusskosten anfallen.

Weiterführende Links zum Thema Private Rentenversicherung

www.deutsche-rentenversicherung.de (Informationsportal der Deutschen Rentenversicherung)
Private Rentenversicherung. Rentenhöhe unbekannt (Finanztest 5/2009)