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Auffahrunfall: Nicht immer ist nur der Hintermann schuld!

Auffahrunfall: Nicht immer ist nur der Hintermann schuld!

Jeder kennt die Faustregel im Straßenverkehr: Wer auffährt, hat Schuld. Schließlich muss jeder, der hinter einem Fahrzeug fährt, dafür Sorge tragen, rechtzeitig anhalten zu können. Doch diese Regel gilt nicht in jedem Fall. Bremst ein Vordermann ohne ersichtlichen Grund extrem stark ab, kann dies dazu führen, dass vor Gericht eine Teilschuld angerechnet wird. Zwar gilt immer noch, dass der korrekte Abstand und die richtige Reaktion des Hintermanns einen solchen Unfall in jedem Fall verhindern sollten, doch nicht in allen Situationen muss man als Nachfolgender damit rechnen, dass der Vordermann eine Vollbremsung hinlegt.

Tiere sind häufig Anlass für Unfälle

Gerade in der sogenannten dunklen Jahreszeit kennt jeder die Problematik, durch Waldstücke zu fahren. Plötzlich auftauchende Tiere sind eine echte Gefahr und im Fall von Wild sogar lebensgefährlich. Kommt es hierbei zum Unfall, sind Autofahrer meist über ihre Teilkasko abgesichert. Erfolgt eine Vollbremsung und kommt es dadurch zu einem Auffahrunfall, hängt es meist von der Art des Tieres ab, ob der Auffahrende tatsächlich die volle Schuld trägt.

Mitschuld oder nicht?

Kam es zum Auffahrunfall, weil der Vordermann stark gebremst hat, ist der Auffahrende also nicht automatisch alleine dafür verantwortlich. Zwar entscheiden die meisten Gerichte nach wie vor so, dass der Auffahrende die Hauptschuld trägt, doch beim Bremsen für ein Kleintier wird der Vordermann ebenfalls in die Pflicht genommen und muss einen Teil des Schadens selbst tragen. Die Begründung dafür liegt in der Verantwortung des Autofahrers, eine Abwägung der Gefahr für sich und den restlichen Verkehr vornehmen zu müssen. Während ein Zusammenprall mit einem Reh durchaus tödliche Folgen für den Fahrer haben kann, wird dies beim Überfahren eines Hasen eher nicht angenommen. Ganz wichtig ist auch, in keinem Fall wilde Ausweichmanöver zu fahren, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Kann man nicht mehr rechtzeitig anhalten, ist es immer besser, das Tier zu überfahren.

Nicht ausweichen!

Landstraßen sind so eng, dass ein Ausweichmanöver dazu führen kann, dass das Auto auf den Randstreifen gerät und unkontrolliert schleudert. Das kann damit enden, dass man sich um den Baum wickelt oder gar in den Gegenverkehr gerät. Abgesehen davon, dass ein Ausweichen also lebensgefährlich für alle Verkehrsteilnehmer ist, kann auch der Versicherungsschutz in der Teilkasko darunter leiden, die bei Wildschäden einen Kontakt mit dem Fahrzeug voraussetzt. So tragisch das für die Kleintiere auch sein mag, doch sowohl in der Natur als auch im Straßenverkehr gilt für sie, dass im Zweifel der Stärkere überlebt.

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