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Bargeld am Automaten: Protest gegen überhöhte Gebühren formiert sich!

Im Laufe der letzten Zeit ist es an vielen Automaten unverschämt teuer geworden: das Geldabheben. Und zwar dann, wenn man nicht am Automaten der Hausbank, sondern an dem eines fremden Geldinstituts abhebt. Dies bekommen insbesondere Kunden von Direktbanken oder Geldinstituten, die nur einem kleinen Automatenverbund angehören, zu spüren – Visa- und Mastercard-Nutzer ebenso wie Maestrokarten-Nutzer.

Eine stichprobenartige Untersuchung der Stiftung Warentest im Februar 2010 bei 64 Geldinstituten ergab zum Beispiel, dass bei ungefähr der Hälfte dieser Institute das Geldabheben seit Juni 2008 teurer geworden ist (Finanztest 3/2010). Laut FMH-Finanzberatung, die bei 200 Banken nachfragte, seien die Gebühren in den letzten sechs Monaten durchschnittlich um 13 Prozent von 5 auf 5,64 Euro gestiegen. Einige Banken nehmen von Fremdkunden derzeit 10 Euro, was bei kleineren benötigten Beträgen in keinerlei Relation mehr steht. Denn der Vorgang „einmal Geldabheben am Automaten“ koste eine Bank nur ca. 60 Cent. Begonnen haben die Gebührenerhöhungen in erster Linie Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die ihr dichtes Geldautomatennetz durch die Direktbanken ausgenutzt sehen. Denn diese locken ihre Kunden vielfach mit kostenlosem Bargeld per Visacard an den Automaten aller Länder mit Euro-Währung. Die Gebühren für „Fremdabhebungen“ mit EC-Karte zogen nach …

Nun hat das Bundeskartellamt gegen 280 Banken Ermittlungen wegen überzogener Gebühren an Geldautomaten eingeleitet, und auch der Verbraucherausschuss des Bundestags beschäftigt sich damit, um zu prüfen, ob es hier einer gesetzlichen Regelung zum Schutz der Verbraucher bedarf.

Das jüngste Angebot einer Bank in einem kleinen Automatenverbund zur Vermeidung von Abhebegebühren sei hier nur am Rande erwähnt: eine Visacard zu neuen Konditionen. Sie kostet statt der „normalen“, mit dem kostenlosen Girokonto für 12 Euro Jahresgebühr erhältlichen stolze 5,99 Euro im Monat. Damit soll man kostenlos Geld an allen Automaten Europas abheben können. Diese Bank hatte selbst im letzten Jahr die Gebühren für Fremdkunden von 4 auf 5 Euro erhöht. Eine merkwürdige Moral der Bank und sicher nur in den seltensten Fällen günstiger für deren Kunden, die sich sowieso über die Jahre zahlreiche Strategien angeeignet haben, Fremdabhebungen zu vermeiden.


Weitere Informationen:

Bundeskartellamt prüft Geldautomaten-Gebühren (Welt online vom 13.03.2010)
Bankgebühren: Preiserhöhung für Bargeld (Finanztest 03/2010)
Geldautomaten: Kleinkrieg am Automaten (Finanztest 02/2010)
Banken werden am Geldautomaten immer dreister (Welt online vom 29.01.2010)
Kundenabzocke. Banken verlangen an Geldautomaten bis zu zehn Euro Gebühren (Spiegel online vom 28.01.2010)

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