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Berufsunfähigkeit: Nur jeder fünfte Deutsche ist ausreichend geschützt!

Viele Menschen gehen mit dem Versicherungsschutz für die eigene Arbeitskraft zu sorglos um. Nur jeder fünfte Deutsche ist ausreichend geschützt. Das kann eklatante Folgen haben. Denn Berufsunfähigkeit gefährdet die Existenz, deshalb sollte sich jeder absichern. Laut der bayerischen Verbraucherzentrale ist das Risiko der Berufsunfähigkeit hoch: circa jeder vierte Arbeitnehmer fällt nach statistischen Berechnungen aus gesundheitlichen Gründen im Job aus. Und die gesetzliche Rentenversicherung ist seit 2001 nur noch bedingt verlässlich, da die Bundesregierung damals für alle Jahrgänge ab 1961 die Berufsunfähigkeitsrente durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt hat.

Da spielt es keine Rolle, welchen Beruf ein Versicherter einmal erlernt oder praktiziert hat, das Ausmaß seiner Erwerbsminderung bestimmt allein, oder am Arbeitsmarkt noch irgendwie einsetzbar ist. Wenn der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, auch nur drei Stunden pro Tag irgendeine Tätigkeit auszuüben, erhält er die volle Erwerbsminderungsrente. Das ist aber eher selten der Fall. Wer noch zwischen drei und unter sechs Stunden täglich arbeiten kann, bekommt die halbe Erwerbsminderungsrente. Diejenigen, die noch mindestens sechs Stunden pro Tag eine beliebige Tätigkeit ausüben können, gehen leer aus. Der Höchstsatz der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente beträgt durchschnittlich 750 Euro im Monat. Diesen erhält – wie erwähnt – nur der, der weniger als drei Stunden täglich arbeiten kann. Diese Summe reicht den wenigsten, um ihren Lebensstandard beizubehalten. Laut „Finanztest“ sei es daher unverzichtbar, eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV) abzuschließen. Wie teuer eine gute BUV wirklich ist, hängt von vier Faktoren ab: Alter, Gesundheitszustand, Beruf und Geschlecht.

Alter: je früher eine BUV abgeschlossen wird, desto niedriger sind dann zumeist die Beiträge, da hier der Gesundheitszustand in der Regel noch einwandfrei ist. Bei den einzelnen Versicherungsanbietern sind die Preis- und Leistungsdifferenzen immens. Mal zahlt ein Berufseinsteiger 25 Euro, mal 55 Euro für denselben Tarif pro Monat. Eine 30-jährigeBürokauffrau kann zum Beispiel zwischen Policen für 446 und 1119 Euro pro Jahr wählen, wie ein Vergleich von „Finanztest“ ergab. Von Bedeutung ist immer, was man für die Prämiebekommt.

Gesundheitszustand: wenn Vorerkrankungen festgestellt werden, wird es problematisch bzw. dementsprechend teuer, eine BUV abzuschließen. Antragstellern wird es von den Versicherern bereits nicht leicht gemacht, sobald sie nur an mehr oder weniger harmlosen Allergien wie Heuschnupfen leiden oder Jahre zuvor einmal Kniebeschwerden hatten. Dementsprechend werden immer häufiger Anträge abgelehnt, da es für die Versicherer im Schadensfall richtig teuer wird. Trotzdem sei es angeraten, im Antrag alle (Vor-)Erkrankungen korrekt zu nennen. Man dürfe nichts aus Furcht vor einer Ablehnung oder einer höheren Prämie verschweigen, denn im Ernstfall kann der Versicherer aus dem Vertrag aussteigen, wenn er davon erfährt. Für Menschen mit Vorerkrankungen macht es Sinn, bei verschiedenen Versicherern anonyme Auskünfte via E-Mail einzuholen. Wer seinen Namen preisgibt und einmal abgewiesen wurde, hat es nicht leicht, woanders einen optimalen Vertrag zubekommen. Er wird bei der Datensammlung „Hinweis- und Informationssystem“ (HIS)geführt, einer Art schwarzer Liste der Versicherungsbranche. Erst nach fünf Jahren wird ein HIS-Eintrag automatisch wieder gelöscht. Wenn man sich also trotz Vorerkrankungen versichern will, bekommt man oft nur einen Vertrag angeboten, in dem die besagte Krankheit ausgeschlossen ist. Der Antragsteller sollte mit der Versicherung aushandeln, dass der Ausschluss entfällt, wenn die gesundheitlichen Probleme innerhalb einer bestimmten Frist nicht mehr in Erscheinung treten. Auch wenn die Prämien etwas höher ausfallen, sollte man hierbei Risikozuschläge in Kauf nehmen, denn so ist zumindest der Schutz ganzheitlich.

Beruf: für Menschen mit hohem Risiko, berufsunfähig zu werden, sind die Beiträge grundsätzlich höher. Ein Dachdecker zum Beispiel muss einen höheren Beitrag entrichten als ein Anwalt. Generell müssen diejenigen, die körperlich schwer arbeiten, eine höhere Prämiebezahlen als etwa Büroangestellte.

Geschlecht: Frauen müssen höhere Beiträge bezahlen, da sie sich statistisch betrachtet etwashäufiger berufsunfähig melden als Männer. Beim Abschließen einer BUV ist auch die richtige Kalkulation von erheblicher Bedeutung. Laut Stiftung Warentest sollte die Berufsunfähigkeitsrente so knapp bemessen sein, dass sich der bisherige Lebensstandard beibehalten lässt. Gleichzeitig soll sie hoch genug sein, um sich auch bei Berufsunfähigkeit weiterhin für das Alter absichern zu können, da bei Erreichen des Rentenalters die Versicherungsleistungen aufhören. So sei es Interessierten angeraten, alle ihre Einkünfte zu überschlagen, die im Fall einer Berufsunfähigkeit weiter fließen und dementsprechend eine Rente in Höhe der möglichen Lücke zu vereinbaren. Wie vor jedem Abschluss einer Versicherung lohnt es sich, die Angebote verschiedener Versicherer zu vergleichen. Dabei sind die Bedingungen einer BUV wichtiger als der Preis. Man sollte auf bestimmte Qualitätskriterien achten. Besonders wichtig ist der Verzicht des Versicherers auf die abstrakte Verweisung. Das bedeutet: die Versicherten, die ihre Arbeitwegen Krankheit nicht mehr ausüben können, dürfen vom Versicherer nicht in einen anderen Beruf verwiesen werden.

Des Weiteren sollten die Kunden beim Abschluss eines Vertrags auch auf eine mögliche Nachversicherungsgarantie achten. Damit ist es ihnen möglich, bei veränderten Lebensverhältnissen wie zum Beispiel Heirat, Geburt eines Kindes oder Erwerb von Wohnungseigentum ohne erneute Gesundheitsprüfung den Schutz zu erhöhen. Für einige Verbraucher kann es sinnvoll sein, eine BUV gemeinsam mit einer Risikolebensversicherung abzuschließen, damit ist der Versicherungsschutz auch für die Familie und Angehörige für den Fall des eigenen Todes gewährleistet. Laut „Finanztest“ ist so ein Kombivertrag nur unwesentlich teurer. Wichtig ist zudem, dass der Vertrag bis zum 67. Lebensjahr laufen soll, da ab 50 das Risikostark ansteigt, berufsunfähig zu werden. Trotzdem sollten sich auch junge Menschen mit dem Thema befassen. Fazit: Der Fall, den Beruf weit vor der Rente aufgeben zu müssen, kann viel schneller eintreten als die meisten vermuten. Ein solches Szenario kann den finanziellen Ruin bedeuten, wenn man nicht abgesichert ist. Um sich vor diesem Risiko zu schützen, kann der Abschluss einer BUV existenzsichernd sein.

Weitere Informationen:
http://www.focus.de/finanzen/boerse/…
http://www.test.de/themen/versicherung-vorsorge/…

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