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kredit-rechnerOb und zu welchen Konditionen Banken Ihnen einen Kredit gewähren, hängt nicht zuletzt von Ihrer Bonität ab. Um diese Ihre Kreditwürdigkeit zu prüfen, informieren die Banken sich unter anderem bei entsprechenden Auskunfteien. Dort sind Daten über Sie gespeichert, die Auskunft in Bezug auf Ihre Zahlungsmoral und Ihre Liquidität geben sollen: Auf der Basis von Informationen über Kredite, die Sie früher erhalten haben, Ihr diesbezügliches Zahlungsverhalten, Angaben über Ihren jetzigen Wohnort und frühere Anschriften, Art und Anzahl Ihrer Kreditkarten oder Handyverträge oder Informationen darüber, bei welchen Versandhandeln Sie Kundenkonten besitzen, berechnen die Auskunfteien Ihren persönlichen Score-Wert. Dieser soll die Wahrscheinlichkeit angeben, mit der Sie Schulden begleichen. Die Berechnungsmethoden nennen sich Scoring-Verfahren.

Das Bundesverbraucherministerium hat nun eine Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass die Daten, die den Score-Werten zugrunde liegen, oftmals fehlerhaft, unvollständig, veraltet und damit unzureichend, wenig aussagekräftig, ja sogar verfälschend sind. Und zwar wurden solcherlei Unzulänglichkeiten bei allen Auskunfteien vorgefunden, die im Rahmen der Studie untersucht wurden: bei der wohl bekanntesten SCHUFA genauso wie bei Arvato Infoscore, Creditreform und Bürgel. Deren fehlerhafte Daten können sich unmittelbar nachteilig für Sie als Verbraucher auswirken, da Sie daraufhin zum Beispiel keinen oder einen ungünstigeren Kredit bekommen, Versicherungen zu ungerechtfertigt schlechteren Konditionen abschließen müssen, keinen Handy-Vertrag erhalten usw. Dem bisherigen Ergebnis der Studie liegen lediglich stichprobenartige Untersuchungen der Datenlage zugrunde. In der Folge ist es nun dringend erforderlich, 1. das volle Ausmaß der gespeicherten Daten zu untersuchen, 2. die Datenqualität der Auskunfteien zu verbessern, 3. dafür zu sorgen, dass die Verbraucher leichteren Zugriff auf ihre Daten erhalten und 4. unmittelbaren Einfluss auf die Korrektur falscher Angaben haben.

Um zu erfahren, was eine Auskunftei über einen gespeichert hat, musste man bisher eine Gebühr zahlen: bei der SCHUFA 15,60 Euro. Eine Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes, die am 1. April 2010 in Kraft treten soll, sieht nun vor, dass jeder Verbraucher sich einmal im Jahr kostenlos darüber informieren kann, was über ihn so gesammelt worden ist und was in der Zwischenzeit hätte gelöscht werden müssen.

Weitere Informationen
Artikel auf der Website des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Verbraucherinformation Scoring (Bericht im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der GP Forschungsgruppe, Institut für Grundlagen- und Programmforschung, München – PDF zum Download)

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