
Facebook Börsengang
Der Börsengang von Facebook am 18. Mai 2012 sollte der Triumph des sozialen Netzwerks mit seinen 900 Millionen Nutzern werden. Stattdessen wurde es ein Debakel durch von technischen Pannen beim Handelsstart und nicht enden wollenden Kursverlusten. Anleger hatten tief in die Tasche greifen müssen, wenn sie beim Start dabei sein wollten. 38 Dollar kostete eine Aktie, wer nicht gleich zugeschlagen hat, hat Geld gespart. Heute kann die Aktie für einen Preis von einem drittel weniger als beim Börsenstart erworben werden.
Mittlerweile beschäftigt der größte Internet-Börsengang, den es je gegeben hat, nicht nur die Politik, die Wirtschaft und die Finanzaufsicht, sondern auch die Gerichte. Anleger fühlen sich geprellt und werfen dem Unternehmen und den beteiligten Banken vor, dass ihnen wesentliche Informationen vorenthalten wurden. In der Konsequenz sinkt nicht nur Mark Zuckerbergs privates Vermögen Tag für Tag, sondern Facebook muss sich mit einigen Klagen auseinandersetzen.
Auch für die Nasdaq kann es teuer werden
Die massiven technischen Probleme, die zum Handelsstart von Facebook an der weltgrößten Technologiebörse auftraten, läuteten das Desaster um Facebook ein. Schätzungen gehen von einem Schaden bei Banken und Aktienhändler in bisher nie da gewesener Größenordnung aus. Allein die Schweizer Großbank UBS erlitt einen Verlust von 350 Millionen Dollar durch die Pannen beim Börsenstart. Stundenlang wussten viele Händler nicht, ob ihre Order ausgeführt worden sind.
Private Anleger sollten die Finger von Facebook lassen
Dass die Facebook Aktie total überteuert an die Börse gebracht wurde, steht heute außer Frage. Börsenexperten hatten deutsche Privatanleger ohnehin vor dem Kauf von Facebook Aktien gewarnt. Wer die Warnungen in den Wind geschlagen hat und die Papiere von Facebook am ersten oder zweiten Handelstag unbedingt in sein Depot legen wollte, muss nun mit den herben Verlusten leben. Das Papier war überbewertet und ist selbst beim heutigen Kurs noch zu teuer. Der Hype um Facebook und das sich anschließende Debakel zeigt wieder einmal sehr deutlich, dass viele Anleger ihren Verstand ausschalten, wenn sie der Meinung sind, etwas unbedingt besitzen zu müssen, nur weil es In ist.
Noch haben sich die Wogen um den verpatzten Börsengang von Facebook noch nicht geglättet. Die Aktie verliert auch noch immer an Wert. Wer heute investiert ist, sollte gut überlegen, ob er dem Schrecken ein Ende bereitet und jetzt mit Verlust aussteigt. Es gibt ein altes Sprichwort, das auch hier eine Bedeutung haben kann. „Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“