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Menschen, die ihr Leben lang für ihr Vermögen gearbeitet haben, möchten gerne sicher sein, dass ihr Erbe nicht den falschen Leuten hinterlassen wird. Streitigkeiten in der Familie oder das Nichtvorhandensein von Verwandten können Gründe dafür sein, dass das mit dem Vererben nicht so läuft, wie sich der Erblasser das vorgestellt hat. Vor allem der Staat kassiert gerne mit. Doch wie lässt sich das alles möglichst umgehen?

Testament muss auch gefunden werden können

Manchmal möchte man einem oder auch mehreren Kindern nichts hinterlassen, weil sich die Familie zerstritten hat. Statt dessen kann es Sinn machen, einen neuen Partner (mit dem man nicht verheiratet ist) abzusichern. Oder vielleicht möchte man auch den Nachbarn bedenken, der sich so rührend um die Pflege gekümmert hat. Wer diese Dinge regeln möchte, muss unbedingt ein Testament verfassen. Ohne ein gültiges Testament tritt nämlich automatisch die gesetzliche Erbfolge inkraft – und da gehen nichteheliche Partner (dazu zählen auch eingetragene Lebenspartnerschaften) oder Freunde schlicht und einfach leer aus. Allerdings gibt es einige Regeln zu beachten. Ein Testament muss nicht beim Anwalt hinterlegt sein, um Gültigkeit zu besitzen. Prinzipiell kann man es auch in einem Buch verstecken. Die Frage ist, ob es dann auch gefunden wird – oder ob es der richtige Mensch findet. Unterschlagungen oder Fälschungen von Testamenten sind leider an der Tagesordnung. Ein häufiges Problem sind auch ungültige Testamente. Sie sollten beispielsweise nie einfach mit dem Computer ausgedruckt werden, sondern nach Möglichkeit handschriftlich verfasst sein. Eine eigenhändige Unterschrift muss sein, das Datum und gegebenenfalls Zeugen sind auch von Nutzen. Das Testament kann man übrigens auch beim Amtsgericht hinterlegen – dann ist zumindest sichergestellt, dass es nicht ignoriert wird.

Die Rache der Enterbten

Einen Hinterbliebenen einfach zu enterben ist prinzipiell möglich, allerdings gilt das nicht für den sogenannten Pflichtteil, der gesetzlich vorgeschrieben ist. Einen Sohn oder eine Tochter davon auszuschließen, ist nur in absoluten Ausnahmefällen möglich (beispielsweise wenn der Erblasser bedroht wurde). Im Regelfall muss man sich also zumindest damit abfinden, dass die eigenen Kinder ihr Pflichtteil erhalten – ob man sie nun enterbt hat oder nicht. Man kann ein Testament übrigens grundsätzlich immer und zu jeder Zeit ändern – sollte dann jedoch sicherstellen, dass nur eine aktuelle Version des letzten Willens existiert (deswegen ist das Datum auch so wichtig). Um Steuern zu sparen, kann man natürlich auch schon vor dem Ableben sein Erbe verschenken. Dabei gibt es allerdings einiges zu beachten. Eine Immobilie, die vom Erblasser selbst genutzt wird, ist von der Erbschaftssteuer seit 2009 befreit, sofern der hinterbliebene Ehegatte (oder auch eingetragener Lebenspartner) oder die Kinder vom Erblasser begünstigt sind. Ausnahme: War der Erblasser (beispielsweise wegen eines Pflegefalls) nicht mehr in der Lage, das Haus selbst zu bewohnen, wird dies ebenfalls anerkannt. Wer sein Vermögen mangels geeigneter Erben dem Staat nicht überlassen möchte, kann über die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung nachdenken. Diese sind steuerbefreit und man kann auf diese Weise sein Erbe noch sinnvoll und nach eigenen Vorgaben in die Gesellschaft einbringen.

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