0
riester-einbruch

Dramatischer Einbruch bei Riester-Verträgen

Die Zeiten, in denen die Menschen besonders viele Riester-Verträge abgeschlossen haben, sind offenbar ein für alle Mal vorbei. Die geringen Renditen und die äußerst niedrigen Zinsen sind dafür maßgeblich verantwortlich. Experten halten aber nicht das Ausbleiben neuer Vertragsabschlüsse für das eigentliche Problem, denn viele laufende Riester-Verträge ruhen inzwischen, weil die Kunden nichts mehr einzahlen. Hinsichtlich der Altersvorsorge kann das dramatische Folgen haben, denn wer nur auf die Zahl der laufenden Verträge schaut und nicht auf deren aktuellen Status, könnte denken, dass die Dinge besser stehen als es tatsächlich der Fall ist.

Lohnt sich das alles noch?

Zum ersten Mal seit der Einführung von Riester ist ein erheblicher Rückgang beim Abschluss von Neuverträgen zu verzeichnen. Bisher gingen die Zahlen immer nur nach oben. Doch im ersten Quartal 2013 verzeichneten die Statistiker einen Rückgang um fast 30.000 Riesterverträge. Die Effekte der niedrigen Renditen lassen viele Kunden zweifeln, ob diese Altersvorsorge tatsächlich noch etwas bringt. Pauschal lässt sich diese Frage auch nach wie vor nicht beantworten, denn während es für viele zukünftige Rentner sicherlich empfehlenswert ist, kann ein Riestervertrag für manche Leute auch absolut sinnlos sein – nämlich dann, wenn die Zeit zum Ansparen bis zum Ruhestand gar nicht mehr ausreicht. Selbst das von vielen als Wachstumsmotor gepriesene Modell des Wohn-Riesters findet derzeit kaum noch Anklang. Verantwortlich für den Rückgang sind neben den geringen Renditen und den Zinsen auf Rekordtief sowohl die Finanzkrise als auch eine gewisse Marktsättigung. Die genauen Gründe hängen davon ab, wem man glauben möchte, denn hier gehen die Ansichten der Experten bei Versicherungen, Ministerien und Regierung zum Teil erheblich auseinander. Eine wachsende Skepsis in der Bevölkerung gegenüber kapitalgedeckter Altersvorsorge ist nach Meinung der Bundesregierung ebenfalls zu beobachten. Das dürfte angesichts der niedrigen Renditeaussichten aber auch niemanden verwundern.

Altersvorsorge ist wichtig

Grundsätzlich ist und bleibt Riester für viele Bürger eine sinnvolle Form der Altersvorsorge, denn wenn die staatlichen Förderungen ausgeschöpft werden, kann man bei entsprechend frühem Beginn des Vertrags noch immer eine erhebliche Summe ansparen. Selbstverständlich kann jedoch niemand die möglichen Verwerfungen in der Finanzwelt und die Zinsentwicklungen für die Zukunft verlässlich vorhersagen. Dass die Zinsen aber noch weiter absinken, dürfte bei dem ohnehin niedrigen Niveau relativ unwahrscheinlich sein. Alternativen gibt es natürlich auch – doch werden diese nicht immer staatlich gefördert und bergen ihrerseits teilweise erhebliche Risiken. Selbst das als Allheilmittel gepriesene Gold hat als Anlage inzwischen einen deutlichen Wertrückgang erlebt. Der Boom scheint hier zumindest für die nächste Zeit vorbei zu sein, wenngleich viele Experten aufgrund der vergleichsweise niedrigeren Preise jetzt schon wieder zum Kauf von Gold raten. Lediglich Immobilien gelten als uneingeschränkt gute Altersvorsorge, denn in ihnen kann man unabhängig von der Wertentwicklung zumindest immer noch wohnen.

Kommentare sind deaktiviert.