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Energetische Gebäudesanierung: Doch kein Steuerbonus für Modernisierungen

Energetische Gebäudesanierung: Doch kein Steuerbonus für Modernisierungen

In deutschen Haushalten wird ein erheblicher Anteil des gesamten Energieverbrauchs im wahrsten Sinne des Wortes zum Fenster rausgeworfen. Denn aufgrund schlechter Wärmedämmung verlieren viele (vor allem ältere) Häuser einen erheblichen Anteil ihrer Wärme an die Umgebung. Dies ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern strapaziert in Zeiten hoher Energiekosten natürlich auch die Geldbeutel enorm. Die Bundesregierung wollte ursprünglich eine steuerliche Absetzbarkeit für Dämmung, neue Fenster und Heizungen einführen, die bis zu 25 Prozent der anfallenden Sanierungskosten abdecken sollte. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Finanzierung des Projekts hat die Koalition das Gesetz jedoch zurückgezogen und ersatzlos gestrichen.

Lohnt sich die Gebäudesanierung in Zukunft überhaupt noch?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage kann es – wie so oft – nicht geben, da es sehr auf die individuellen Umstände ankommt. Dabei spielt beispielsweise nicht nur das Gebäude selbst eine Rolle, sondern auch die sonstigen Lebensumstände. Denn ältere Menschen, die ihr Haus noch auf die alten Tage energetisch sanieren, profitieren aufgrund der langen Amortisierungsdauer der Maßnahmen oft gar nicht mehr davon. Die jetzt weggefallene steuerliche Förderung hätte zwischen 10 und 25 Prozent der Kosten ausgemacht, was sich natürlich erheblich auf den Zeitraum auswirkt, der für eine Amortisierung der Sanierungsmaßnahmen erforderlich ist.

Teure Maßnahmen sind ohne Steuerbonus weniger wirtschaftlich

Wenn man sich die hohen Kosten einer umfassenden Gebäudesanierung im energetischen Bereich ansieht, schlagen vor allem Fenstertausch und Fassadendämmung mit erheblichen Beträgen zu Buche. Eine durchschnittliche Sanierung kann zwischen 15.000 und 25.000 Euro angesetzt werden (je nach Größe und Zustand des Objekts). Eine Amortisierung kann also entsprechend lange dauern, manchmal mehrere Jahrzehnte. Der Haken dabei ist, dass nach einem derart langen Zeitraum eventuell bereits der nächste Austausch lauert, bevor sich die alten Maßnahmen überhaupt durch Energiesparen bezahlt gemacht haben können. Durchschnittlich hätte der Steuerbonus den fraglichen Zeitraum zwischen drei und fünf Jahren verkürzen können. Hinzu kommt, dass gerade in letzter Zeit die bisher sehr hohen Energiekosten erheblich gesunken sind. Natürlich weiß niemand, wie sich das in Zukunft entwickeln wird. Tatsache ist aber, dass ein um rund 40% niedrigerer Heizölpreis die Amortisierungsdauer für energetische Gebäudesanierung erheblich nach oben schrauben dürfte.

Kleine Maßnahmen haben oft große Wirkung

Experten weisen darauf hin, dass es gar nicht immer die große Energiesanierung sein muss. Vielmehr reichen in der Mehrzahl der Fälle kleinere Maßnahmen aus, um den Energieverbrauch signifikant zu senken. So sollte zum Beispiel die Heizung optimal eingestellt werden, was in vielen Haushalten einfach nicht der Fall ist. Auch der Einbau sparsamerer Heizungspumpen kann bereits viel bewirken. Offenliegende Warmwasserrohre verlieren weniger Energie, wenn sie mit einfachen Dämmhüllen aus Schaumstoff ummantelt werden. Vernachlässigt wird oft auch die oberste Geschossdecke, wenn der Dachboden bislang ungedämmt ist. Das Ausrollen von Dämm-Matten auf dem Dachboden kann dann schon für einen deutlich geringeren Wärmeverlust sorgen. Übrigens: Auf die Mieten hat die Entscheidung wohl keinen Einfluss, da die steuerliche Förderung ohnehin nur für selbst genutztes Eigentum vorgesehen war.

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