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Explodieren die Preise auf dem Wohnungsmarkt jetzt endgültig?

Explodieren die Preise auf dem Wohnungsmarkt jetzt endgültig?

Es ist schon längere Zeit absehbar, dass besonders in Großstädten und Ballungsräumen die Preise für Immobilien und Mieten unaufhaltsam steigen. Vor allem für Mieter ist das ein echtes Problem, daran ändert auch die eher halbherzige Mietpreisbremse des Gesetzgebers wenig. Fakt ist, dass sämtliche Preise auf dem Wohnungsmarkt seit 2009 stark gestiegen sind. Ein Eigenheim in einer Großstadt kostet heute im Vergleich etwa zehn Prozent mehr als damals. Das liegt vor allem am Zustrom von Menschen, die in den Ballungsräumen leben und arbeiten möchten und steht in krassem Gegensatz zu manch ländlicher Region (vor allem in Ostdeutschland), wo ganze Ortschaften auszusterben drohen. Doch was nützt es, billigen Wohnraum auf dem Land zu haben, wenn die Arbeit in der Stadt ist und die Wege unzumutbar lang werden?

Flüchtlinge drängen zusätzlich auf den Wohnungsmarkt

Die Flüchtlingskrise dominiert die Schlagzeilen in diesem Jahr wie kein anderes Thema. Und auch für den Wohnungsmarkt spielt die hohe Zahl an zusätzlichen Interessenten für Wohnungen natürlich eine Rolle. Schließlich müssen Hunderttausende früher oder später mit einem Dach über dem Kopf versehen werden. Aber daraus den Schluss zu ziehen, dass unser Wohnungsmarkt alleine der Flüchtlinge wegen explodiert, wäre falsch. Zu den Flüchtlingen (von denen ein gehöriger Anteil nach einer Weile wegen Ablehnung oder aus anderen Gründen ohnehin nicht dauerhaft in Deutschland bleiben wird) gesellt sich noch die „normale“ Einwanderung aus EU-Ländern und aus anderen Ländern, deren Einwohner hier neue Jobs gefunden haben. Die Wirtschaft beklagt schon lange einen Mangel an Fachkräften und begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich.

Die Wohnungsnot ist greifbar geworden

Für die Wohnungssuchenden verengt sich der Markt jedoch zwangsläufig durch die steigende Zahl der Mitbewerber. Das betrifft natürlich nicht nur Mieter. Auf der anderen Seite steigen die Preise für die Besitzer von Immobilien, so dass viele sich die Frage stellen, ob nicht der richtige Zeitpunkt gekommen ist, sich von einem Haus oder einer Wohnung zu trennen, so lange die Preise auf dem hohen Niveau sind. Es bleibt jedoch eine Tatsache, dass die Gesamtzahl der Wohnungen in den Ballungsräumen die Nachfrage nicht mehr befriedigen kann – und daran ändert irgendwann auch der dickste Geldbeutel nichts mehr. Fachleute fordern schon lange, dass in Deutschland jährlich mindestens 450.000 Wohnungen neu gebaut werden müssten. Doch davon kann keine Rede sein. Im Durchschnitt bringt es die Bauindustrie gerade einmal auf 250.000 Wohnungen jährlich – und selbst das bringt die Unternehmen bereits an ihre Kapazitätsgrenzen. Woher neue und bezahlbare Wohnungen ohne staatliche Maßnahmen wie eine Neuauflage des sozialen Wohnungsbau kommen sollen, während immer mehr alter Wohnraum luxussaniert wird, bleibt unklar. Fakt ist, dass etwas passieren muss, denn sonst nimmt die Wohnungsnot überhand.

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