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krankenversicherungEgal bei welcher gesetzlichen Krankenkasse Sie versichert sind: Seit Einführung des Gesundheitsfonds Anfang 2009 ist die Beitragshöhe für alle Mitglieder einheitlich geregelt. Seit dem 1. Juli liegen die Beiträge der GKV aufgrund dessen nun bei 14,9 Prozent des monatlichen Bruttoeinkommens. Hierauf können die Kassen 1 Prozent Zusatzbeitrag erheben, wenn die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds für sie nicht ausreichen. Bisher hat aber noch keine Kasse die Erhebung eines Zusatzbeitrags angekündigt.

Unterscheiden können sich die Krankenkassen damit nur noch durch Art und Umfang von Zusatz- und Serviceleistungen oder Wahltarifen. Dadurch bieten sie neben gesundheitsfördernden Maßnahmen auch die Möglichkeit, den Beitrag zu reduzieren. Denn die Kassen honorieren beispielsweise die Teilnahme an Gesundheitskursen oder Vorsorgeprogrammen durch bares Geld.

Wenn Sie sich für eine (andere) Krankenkasse entscheiden, sollten Sie natürlich zuerst überlegen, auf welche Leistungen es Ihnen ankommt, und erst danach das Einsparpotential bei den in Frage kommenden Krankenkassen vergleichen. Für Familien mit kleinen Kindern, die ihren Urlaub in der näheren Umgebung verbringen, sind besondere Leistungen bei der Kostenerstattung für Haushaltshilfen sicherlich wichtiger als solche für Schutzimpfungen bei Reisen in exotische Länder.

Zu den Angeboten, mit denen die gesetzlichen Krankenversicherungen um Mitglieder werben, gehört unter anderem das Hausarztprogramm, das alle Kassen seit 1. Juli anbieten müssen: Wer mindestens ein Jahr lang erst einmal immer – und zwar zum selben – Hausarzt geht, statt ohne Überweisung direkt einen Facharzt aufzusuchen, erhält bei vielen Kassen einen Rabatt auf die Praxisgebühr oder eine Prämie. Auch für den regelmäßigen Gang zu Vorsorgeuntersuchungen zahlen die Kassen häufig was. Lohnen kann sich zudem die Teilnahme an Gesundheitskursen – nicht nur für Ihre Gesundheit, sondern auch in Form von Kostenbeteiligungen seitens der Krankenkasse. Bei Wahltarifen erhalten die Versicherten entweder eine Prämie oder Beitragsrückzahlungen, wenn sie einen Selbstbehalt vereinbaren oder außer zu Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen möglichst lange nicht oder selten zum Arzt gehen. Aber Achtung: An einen Wahltarif und damit an dieselbe Krankenkasse gebunden ist man für drei Jahre. Und gehen Sie bloß rechtzeitig zum Arzt, statt hier an der falschen Stelle zu sparen.

In eine andere gesetzliche Krankenversicherung wechseln kann jeder, der 18 Monate lang bei seiner derzeitigen war, mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende.

Erkundigen Sie sich aber vorher, wie lange eine Krankenkasse die gewünschten Zusatzleistungen im Programm behalten wird.

Gesetzliche Krankenkassen. Mehr als 100 Kassen im Test (Finanztest 6/2009)
Gesundheitsfonds (Informationen auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit)

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