In den letzten Jahren ist der Wert des Goldes extrem angestiegen. In unsicheren Zeiten mit stürzenden Börsenkursen flüchteten viele Anleger aus den Papierwerten in die soliden Werte der Edelmetalle. Das Lager der Goldfans spekuliert dabei auf noch viel höhere Kurse und erwartet, dass die kommenden Jahre ihre Geldanlage noch wertvoller machen wird. Skeptiker warnen davor, dass der Kauf von Gold bei derart hohen Kursen auch nach hinten losgehen kann, wenn die Preise wieder sinken. Wer bereits Gold besitzt und es zu Geld machen will, hat jedenfalls selten ein so gutes Geschäft gemacht wie in letzter Zeit. Doch nun scheint es erstmals einen Knick in der Entwicklung zu geben. Während die Aktienwerte wieder stark zugelegt haben, verliert Gold aktuell leicht an Wert.
Politik der Notenbanken bremst Gold leicht aus
Zurückgeführt wird die aktuelle Korrektur auf die Zinspolitik der amerikanischen Notenbank Fed, wie Börsenexperten die Entwicklung begründen. Doch grundsätzlich erwarten die Fachleute derzeit keine echte Trendwende beim Gold als Geldanlage. Nach ihrer Ansicht wird sich der Goldkurs weiterhin stetig nach oben entwickeln. Die Unsicherheiten in der Finanzkrise und speziell im Euroraum lassen Befürchtungen aufkommen, dass der Euro möglicherweise das nächste Jahrzehnt nicht überstehen könnte. Mit diesen Gedanken im Hinterkopf setzen viele private Kunden auf eine sichere Geldanlage, die ihren Wert aus sich heraus garantiert. Beim Gold ist dies der Fall, weswegen auch die Zentralbanken bereits seit drei Jahren mehr Gold einkaufen als verkaufen. Zuletzt gab es eine derartige Periode im Jahr 1973.
Gold bleibt stabile Geldanlage in unsicheren Zeiten
Selbst wenn es zu stärkeren Korrekturen des Goldkurses kommen sollte, dürften diejenigen mit Golddepots ihre Werte vorerst halten. Denn obwohl man den weiteren Wertzuwachs weder garantieren noch sicher prognostizieren kann, erscheint es der Mehrheit der Analysten als eines der sichersten Pferde, auf das man in der gegenwärtigen Lage der Weltwirtschaft setzen kann. Wer aber aus finanziellen Gründen verkaufen muss, macht sicherlich derzeit auch keinen Verlust. Der weitere Zukauf beim hohen Preis sollte allerdings mit Vorsicht erfolgen, denn obwohl Gold langfristig stabil bleiben sollte, sind die Prognosen, die dem Edelmetall wahrhaft märchenhafte Höhen vorhersagen, hauptsächlich durch Fantasien über einen wirtschaftlichen Zusammenbruch geprägt. Solche Katastrophenszenarien relativieren aber auch den Wert des Goldes, denn in solchen Zeiten haben sich praktische Sachwerte, Immobilien und Lebensmittel stets als wertvoller erwiesen als Gold oder Edelsteine, die sich bekanntlich schlecht essen und bewohnen lassen.