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Beiträge im Umschlag

Höhere Kosten für die Krankenkasse trotz Beitragssenkung?

Die Politiker klopfen sich auf die Schulter. Immerhin wird der Grundbeitrag für die gesetzliche Krankenkasse für die Versicherten ab dem 1. Januar 2015 gesenkt. Bisher beträgt er 15,5 Prozent und wird nach dem Willen der Regierung um 0,9 Punkte auf 14,6 Prozent abgesenkt. Aber wer jetzt glaubt, künftig mehr Geld in der Tasche zu haben, könnte sich irren. Die Krankenkassen sehen in der Beitragssenkung einen erheblichen Einschnitt, den sie durch die Erhebung von Zusatzbeiträgen auffangen könnten. Noch ist unklar, ob und welche Krankenkassen wirklich Gebrauch von dieser Möglichkeit machen werden, doch Experten gehen davon aus, dass die meisten Versicherer diesen Weg gehen werden.

Zusatzbeitrag kommt bei vielen Kassen

Fachleute sehen das Problem darin, dass die meisten Kassen mit einem Grundbeitrag von 14,6 Prozent nicht mehr auskommen werden. Der Unterschied zu den bisherigen 15,5 Prozent sei einfach zu groß, so die einhellige Analyse der meisten Versicherungsexperten. Woran man als Versicherter letztlich ist, bleibt aber abzuwarten, denn noch haben die gesetzlichen Krankenversicherungen sich nicht zur Möglichkeit der Erhebung von Zusatzbeiträgen ab dem kommenden Jahr geäußert. Allgemein wird erwartet, dass die Techniker Krankenkasse als Marktführer vorangehen könnte. Bereits am 12. Dezember wird mit einer entsprechenden Ankündigung gerechnet. Für Versicherte anderer Kassen heißt ein Schweigen aber nicht, dass der Zusatzbeitrag nicht doch noch kommt, denn bis zum 2. Januar haben die Krankenkassen Zeit, ihre Kunden über die Zusatzbeiträge zu informieren.

Krankenkassen gehen vorsichtig vor, um Kunden nicht zu verschrecken

Hinter der unklaren Lage könnte eine Taktik stehen. So erscheint es mehr als wahrscheinlich, dass vor allem die günstigeren Kassen schon früh ihre Ankündigung machen werden, da sie in der Regel insgesamt bessere Konditionen bieten und damit werben können. Andere hingegen, die besonders hohe Beiträge kassieren, könnten eine Verschleierungstaktik wählen, so die Vermutung. Denn die bevorstehenden Weihnachtstage wären für viele Versicherungen eine gute Gelegenheit, ihre Zusatzbeiträge anzukündigen. Erfahrungsgemäß ist die Aufmerksamkeit der Verbraucher in Urlaubszeiten und insbesondere um Weihnachten herum eher gering und so könnte eine Mitteilung wie diese mehr oder weniger im Weihnachtstrubel untergehen. Da der Zusatzbeitrag auch nicht separat in Rechnung gestellt wird, sondern einfach vom Bruttolohn abgezogen wird, dürfte es vielen Versicherten entgehen. Allerdings wird es nicht unbedingt teurer werden als bisher, denn wenn eine Krankenkasse Zusatzbeiträge über die fraglichen 0,9 Prozentpunkte hinaus erheben möchte, muss sie ihre Kunden ausdrücklich auf günstigere Alternativen der Konkurrenz hinweisen. Um eine Wechselwelle zu verhindern, werden die meisten Krankenkassen unter dieser Schwelle bleiben.

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