0
Hohe PKV-Tarife belasten Kunden

Hohe PKV-Tarife belasten Kunden

Normalerweise genießen Privatversicherte im Gesundheitssystem so manchen Vorteil. Doch seit einiger Zeit steigen die Beiträge für viele Kunden von privaten Krankenversicherungen überproportional an. Insgesamt sind knapp neun Millionen Menschen in Deutschland bei einer der privaten Krankenversicherungen Mitglied. Ein großer Teil davon muss mit ständigen Tariferhöhungen leben, die sich – besonders bei Älteren – über den Zeitraum der letzten zehn Jahre auf bis zu 80 Prozent summiert haben.

Leistungen vergleichen
Doch was können Privatversicherte tun, wenn ihnen die Beiträge über den Kopf wachsen? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die aber mitunter ihre Tücken haben können. Einfach den Versicherer zu wechseln, ist prinzipiell immer zum Ende der Vertragslaufzeit (oft zum Jahresende) möglich, sowie immer dann, wenn eine Tariferhöhung angekündigt wird. Jedoch sollten Versicherte darauf achten, dass die Leistungen mit der alten PKV vergleichbar sind. Ärgerlich ist für länger versicherte Kunden, dass sie bei einem solchen Wechsel oft ihre Altersrückstellungen verlieren, weswegen ein Wechsel sich nach mehr als fünf Jahren in der Regel nicht mehr lohnt. Wichtig ist, bei der Suche nach einem günstigeren Versicherer die Hilfe von Beratungsstellen oder Internetportalen in Anspruch zu nehmen.

Basistarif ist nicht immer zu empfehlen
Weiterhin können Versicherte bei ihrer bisherigen PKV in den Basistarif wechseln. Hier können allerdings die Leistungen noch unter denen der gesetzlichen Krankenkassen liegen. Zudem kann auch hier im Höchstfall der monatliche Beitrag bei knapp 600 Euro liegen. Eine Rückkehr ins gesetzliche System ist nur möglich, wenn man noch nicht älter als 55 Jahre ist. Aber auch jüngere Kunden von privaten Krankenversicherungen können nicht immer wechseln. Liegt das Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze, ist ein Wechsel nicht möglich. Einfach aus der PKV austreten können aber auch Arbeitslose.

PKV informiert oft nicht richtig
Eine Erhöhung der Selbstbeteiligung kann zwar die monatlichen Beiträge reduzieren. Das kann jedoch im Erkrankungsfall zum Bumerang werden. Eine andere Variante ist kaum bekannt, weil die meisten PKV ihre Kunden darüber nicht informieren. Verbraucherschützer empfehlen, dass Kunden sich selbst über ihre Rechte gut informieren und sie schriftlich einfordern sollten. Viele private Krankenversicherungen verschweigen demnach wichtige Informationen oder informieren sogar falsch, so der Vorwurf der Experten. Der Kunde kann laut Versicherungsvertragsgesetz aber in einen günstigeren Tarif bei der gleichen Versicherung wechseln, wobei ein „gleichartiger Versicherungsschutz“ gewährleistet ist. Eine erneute Gesundheitsprüfung findet dabei nicht statt.

Kommentare sind deaktiviert.