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Immer mehr Deutsche landen in der Schuldenfalle

Immer mehr Deutsche landen in der Schuldenfalle

Von der berühmten Schuldenfalle ist längst nicht mehr nur bei sozial schwachen Bürgern die Rede. Immer häufiger trifft es auch Bürger, die in geregelten Arbeitsverhältnissen stehen oder aus der Selbstständigkeit kommen. Nicht immer lassen sich Schulden vermeiden, so viel ist klar. Doch viel zu oft landen Verbraucher in der Schuldenfalle, obwohl dies gar nicht notwendig wäre.

Schufa wird häufig zum Problem

Eine saubere Schufa-Akte ist für viele Bundesbürger eine normale Angelegenheit. Doch schnell kann es zu negativen Einträgen kommen, weil man Kreditraten nicht bezahlt hat oder andere Faktoren in die Bewertung der Bonität einfließen. Dabei arbeiten sowohl die Schufa als auch andere Auskunfteien nicht immer nachvollziehbar. So kommt es beispielsweise vor, dass ein ansonsten vollkommen solventer Bürger mit einer schlechten Bonität bewertet wird, weil er in einem falschen Stadtteil lebt, in dem besonders viele Schuldner mit schlechter Zahlungsmoral leben. Solche unfairen Bewertungen sind immer wieder Grund für Streitigkeiten mit Schufa und Co. Benötigen solche Verbraucher einen Kredit, landen sie schnell bei Angeboten für „Kredite ohne Schufa“. Allzu oft handelt es sich dabei jedoch um unseriöse Angebote. Und selbst, wenn tatsächlich ein Kredit zustande kommt, sind diese schufafreien Kredite in der Regel an extrem hohe Zinsen gebunden.

Vergleiche werden zu selten durchgeführt

Wer dringend Geld benötigt, schaut normalerweise nicht lange auf Zinsen und Konditionen, sondern ist froh, dass er überhaupt Geld bekommt. Verbraucher, die aufgrund ihrer schlechten Bonität keine besseren Konditionen bekommen können, dürfen in dieser Hinsicht auch nicht wählerisch sein. Die Mehrzahl der Verbraucher könnte aber sehr wohl bessere Zinsen erwarten, bekommt sie jedoch nicht, weil auf Kreditvergleiche verzichtet wird. Dabei gibt es im Internet zahlreiche seriöse und unabhängige Vergleichsportale, die sich neben Strom, Gas und Telefonanbieter längst auch die Kreditinstitute vornehmen. Bei Zinsunterschieden von bis zu zehn Prozent und mehr macht sich dies durchaus im Geldbeutel bemerkbar.

Dispozinsen sind meist zu hoch

Einstieg in die Schuldenfalle sind häufig Dispokredite. Dabei handelt es sich um einen Überziehungsrahmen, den die Hausbank aufgrund der monatlichen Geldeingänge dauerhaft einräumt. Wird er in Anspruch genommen, sind die Zinsen in der Regel jedoch extrem hoch, was angesichts der Niedrigzinspolitik der Zentralbanken unverständlich erscheint. Wer die Wahl hat, sollte lieber zu einem günstigeren Ratenkredit greifen und Dispo- sowie Kreditkartenüberziehungen nur im Notfall in Anspruch nehmen. Überhaupt lässt sich bei den Gebühren für Girokonten und Kreditkarten inzwischen generell viel Geld sparen. Hat man sich erst einmal übernommen und kommt aus eigener Kraft nicht mehr aus der Schuldenfalle heraus, sollte man rechtzeitig die Hilfe einer Schuldnerberatung in Anspruch nehmen. Im Zweifel ist eine Privatinsolvenz zwar eine drastische und langwierige, aber letztlich dauerhafte Lösung für ein Entkommen aus der Schuldenspirale.

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