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Kfz-Versicherung: Schäden richtig abwickeln

Kfz-Versicherung: Schäden richtig abwickeln

Besonders im Winter sind die Straßenverhältnisse oft schlecht. Hohes Verkehrsaufkommen, schlechtes Wetter, glatte Fahrbahn. Hinzu kommt die Dunkelheit, die die Zahl der Unfälle weiter erhöht. Da die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge immer weiter steigt, verwundert es nicht, dass es auch mehr Blechschäden gibt. Bei den über 62 Millionen zugelassenen Kraftfahrzeugen in Deutschland eine riesige Aufgabe für die Versicherungen. Viele Autofahrer hatten noch nie einen Unfall und sind daher unsicher, wie sie im Falle der Fälle vorgehen müssen. Doch eigentlich fängt die gekonnte Schadensabwicklung bereits mit dem Abschluss des Vertrags an. Denn der Preisvergleich, der jedes Jahr erneut Sinn macht, sagt noch nichts über die Vertragsbedingungen aus. Grundsätzlich ist das bei Haftpflichtschäden zunächst zweitrangig; hier sollte man lediglich auf eine ausreichende Deckungssumme achten (heute üblicherweise „unbegrenzt“), denn Fremdschäden können schnell ins Geld gehen, wenn Personen beispielsweise dauerhaft geschädigt werden oder große Sachwerte betroffen sind. Gravierende Unterschiede gibt es jedoch bereits bei den Kaskoversicherungen.

Fahrlässigkeit ist ein häufiges Argument der Versicherungen

Die Teilkasko ist sehr beliebt, denn sie schützt das eigene Fahrzeug vor Schäden, die aus Unwettern, Feuer, Diebstahl und anderen Gründen eintreten (und bei denen kein Schuldiger ausgemacht werden kann). Sie deckt allerdings nicht alles ab. Selbstverschuldete Schäden oder Vandalismus fallen in den Bereich der Vollkasko. Die meisten Teilkasko-Policen decken Wildschäden ab, was besonders in ländlichen Gebieten unbedingt beachtet werden sollte. Die Vollkasko bietet mehr, kostet aber auch mehr; in ihr ist die Teilkasko übrigens automatisch enthalten. Wer hier Preise vergleicht, kann viel sparen, doch die Bedingungen sollten eben auch stimmen. So empfehlen Verbraucherschützer den Abschluss solcher Versicherungen, die ausdrücklich auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichten. Dann erspart man sich anschließend Diskussionen, ob der Fahrer tatsächlich fahrlässig gehandelt hat oder nicht. Dies wäre etwa beim versehentlichen Überfahren einer roten Ampel der Fall. Aber Vorsicht: Bei Vorsatz haftet auch keine Vollkasko!

Wo wird ein Auto repariert?

Die rechtzeitige Schadensmeldung ist bei jeder Police wichtig. Hier gilt, so schnell wie möglich die Versicherung zu informieren. Außerdem muss die Meldung vollständig sein und den Tatsachen entsprechen. Verschweigt man gegenüber der Versicherung besondere Umstände (etwa eine Überschreitung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit), kann dies zu Problemen mit der Abwicklung führen. Ganz wichtig: Räumt die Versicherung bestimmte Rabatte ein, müssen die jeweiligen Bedingungen ebenfalls eingehalten werden. Überschreitet man etwa die vereinbarte Kilometerleistung, muss man dies der Versicherung melden, sonst könnte es bei einem eventuellen Schaden Probleme geben. Wo ein Fahrzeug repariert wird, ist übrigens bei unverschuldeten Unfällen stets Sache des Geschädigten; haben Sie hingegen einen Kaskovertrag, kann die Versicherung unter Umständen eine Werkstattbindung vereinbaren. Unabhängig davon hat die Versicherung natürlich auch ein Recht darauf, jeden Schaden zu begutachten, in der Regel durch einen eigenen Sachverständigen. Hat man keine Schuld am Unfall, besteht grundsätzlich das Recht auf einen Sachverständigen eigener Wahl, insbesondere bei größeren Schäden ist dies sinnvoll. Was viele nicht wissen: Ein Gutachter darf kein Mitarbeiter der Versicherung sein.

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