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Jedes Jahr im Herbst machen die Autoversicherungen Schlagzeilen. Die meisten Verträge für Kfz-Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko laufen jeweils ein Jahr und verlängern sich ohne Kündigung im Januar um ein weiteres Jahr. Wer wechseln möchte, kann dies tun, wenn er bis zum Stichtag (30. November) bei seiner alten Versicherung gekündigt hat. Lohnen kann sich dies vor allem für Menschen, die schon lange bei der gleichen Versicherungsgesellschaft versichert sind, denn hier zahlen sie oft deutlich mehr als bei neuen Verträgen. Diesen Wettbewerbsdruck kann man häufig auch gegenüber dem alten Versicherer nutzen, um einen besseren Tarif herauszuschlagen. Wichtig ist es, die Angebote zu vergleichen, am besten über unabhängige Online-Portale. Dabei darf man aber natürlich nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, sondern muss ähnliche Vertragsbedingungen und Rabattangebote unter die Lupe nehmen. Besonders bei den Rabatten lässt sich viel sparen, man muss jedoch deren Bedingungen auch wirklich erfüllen können bzw. dem Versicherer melden, wenn sich die Fakten ändern (weil man z.B. nach einem Umzug keine Garage mehr besitzt, für die man einen Rabatt kassiert).

Gibt es DIE günstigste Autoversicherung überhaupt?

Problematisch ist bei der Suche nach der günstigsten Kfz-Versicherung, dass man diese eben nicht pauschal benennen kann. Denn je nach Wohnort, dem Fahrzeugtyp und anderen Faktoren wie dem persönlichen Schadensfreiheitsrabatt unterscheiden sich die Kosten zum Teil erheblich. Gerade die sogenannten Typ- und Regionalklassen werden jährlich von den Versicherern angepasst und in diesem Jahr bedeutet dies für viele Autofahrer eine Verteuerung. Rund 13 Prozent aller Fahrzeuge werden von den aktuellen Änderungen der Regionalklassen in der Haftpflichtversicherung betroffen sein. Das muss nicht immer eine Preissteigerung sein, es kann natürlich auch günstiger werden. Entscheidend ist die Schadensentwicklung in der Region. Gab es mehr Unfälle oder Autodiebstähle als im Vorjahr, steigen die Beiträge beispielsweise. Die Typklassen ändern sich jeweils dann, wenn der jeweilige Fahrzeugtyp besonders hohe oder niedrige Reparaturkosten verursacht hat. Neben der Schadenshäufigkeit spielen dabei auch die modellspezifischen Kostenfaktoren eine Rolle.

Preisänderungen müssen nicht immer nach oben gehen

Besonders günstig sind die Regionalklassen für Fahrer in ländlichen Gebieten, vor allem in Norddeutschland. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen können weiterhin mit niedrigen Einstufungen bei der Haftpflichtversicherung punkten, während Großstädte und Teilbereiche des Freistaates Bayern deutlich mehr Geld kosten. Aber auch die Kaskoversicherungen ändern sich natürlich. Die Kasko deckt Schäden am eigenen Fahrzeug ab, während die Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben ist und die Betriebsrisiken des Fahrzeugs gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern abdeckt. Im Klartext: Verschuldet man einen Unfall, zahlt die eigene Haftpflichtversicherung den Schaden des Unfallgegners. Der eigene Schaden wird nur reguliert, wenn eine Kaskoversicherung besteht. Die Teilkasko ist in der Regel günstiger, deckt aber nur bestimmte Schäden z.B. durch Glasbruch, Einbruch, Diebstahl, Unwetter oder Fahrzeugbrände ab. Blechschäden oder Vandalismus werden (je nach Vertragsbedingungen) nur von einer Vollkasko übernommen, die allerdings entsprechende Prämien verlangt. Die Vollkasko enthält auch immer eine Teilkasko und unterliegt (anders als die TK) ebenfalls dem Schadenfreiheitsmodell, die Beiträge sinken also bei Unfallfreiheit. Daher kann eine Haftpflichtversicherung mit Vollkasko bei Fahrern mit besonders hohem SF-Rabatt sogar günstiger sein als die TK, die immer bei 100 Prozent Beitrag verbleibt. Insgesamt werden die Kaskoversicherungen in diesem Jahr für etwa 13 Prozent der Fahrer günstiger. Hier führt in der Statistik Niedersachsen mit den niedrigsten Tarifen. Die Mehrzahl der Fahrzeughalter wird keine Veränderung bei den Kaskoversicherungen spüren, von Ausnahmen in einigen Bezirken abgesehen. Vor allem in Süddeutschland, wo es viele Stürme und Hagelschäden gab, werden die Prämien für das nächste Jahr steigen.

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