Ratenkredit

Wenn Sie für eine Anschaffung mehr Geld brauchen, als Sie haben, können Sie sich bei einer Bank Geld leihen. Die einfachste Möglichkeit und bestimmt günstiger als der Dispokredit ist für Privatpersonen der sogenannte Ratenkredit. Hierbei leiht die Bank Ihnen einen vereinbarten Betrag, der – wie der Name sagt – in festgelegten Raten innerhalb einer bestimmten Zeit zurückgezahlt werden muss.Grundsätzlich sind Banken daran interessiert, Ratenkredite zu vergeben, schließlich verdienen sie daran. Denn außer einer Gebühr erheben sie Zinsen auf den geliehenen Betrag. Wie viel mehr Sie die Traumfernseher am Ende über den Ladenpreis hinaus kostet, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Woraus setzen sich die Kosten für einen Ratenkredit zusammen?

Wahrscheinlich haben Sie schon Anzeigen oder Werbetafeln für Ratenkredite gesehen, auf denen so etwas stand wie:

Top-Konditionen: schon ab 4,49 % p.a. effektiv
Kreditsummen von EUR 2.000 bis 50.000
Laufzeiten von 12 bis zu 96 Monaten

So attraktiv sich das liest, so unwahrscheinlich ist es für den Normalverbraucher, einen Ratenkredit zu den suggerierten Bestkonditionen zu bekommen. Wie kann man nun aber die Angebote für Ratenkredite vergleichen? Es kommt dabei vor allem auf den Effektivzins an (= effektiver Jahreszinssatz) an.

Außer von dem Betrag, den Sie sich zu einem festen Zinssatz (= Nominalzins) leihen, hängt der Effektivzins maßgeblich von der Laufzeit des Ratenkredits ab, also davon, in welcher Zeit Sie den Betrag zurückzahlen, was wiederum davon abhängt, wie viel Sie monatlich abzahlen, sowie von der Bearbeitungsgebühr bzw. den Provisionskosten. Nicht zuletzt kommt hier auch Ihre persönliche Kreditwürdigkeit – die Bonität – ins Spiel.

Welche Rolle spielt die Bonität?

Bevor die Bank Ihnen einen Ratenkredit gewährt, prüft sie Ihre Kreditwürdigkeit, das heißt Ihre Bonität. Schließlich will sie sich vergewissern, dass Sie in der Lage sind, die Raten auch regelmäßig und pünktlich zurückzuzahlen. Die Auskunft hierüber holt sie bei einer Auskunftei wie der Schufa ein. Dort werden zum Beispiel Informationen darüber gesammelt, ob Sie bereits andere Kredite haben, ob es schon mal Zahlungsverzüge gab, in welcher Gegend Sie wohnen, wie regelmäßig und hoch Ihre Einkünfte sind etc. Aus den über Sie vorhandenen Informationen ermittelt sie eine Punktzahl (= Kredit-Score), die Auskunft über den Grad Ihrer Bonität gibt. Wenn klar ist, dass Sie kreditwürdig sind, spielt die Höhe Ihres Kredit-Scores eine weitere Rolle für den Effektivzins, zu dem Sie den Ratenkredit erhalten. Fallen Sie unter die Gruppe der Kunden mittlerer Bonität, kann der Effektivzins für Sie durchaus bis zu dreimal so hoch sein wie der für Kunden mit allerbester Bonität.

Tipps und Hinweise für den Vergleich von Kreditangeboten:

Achten Sie beim Vergleich verschiedener Kreditangebote darauf, dass die Laufzeit für den Ratenkredit jeweils gleich ist (außer der Höhe des Betrags natürlich). Nur dann ist auch der Effektivzins vergleichbar.

Rechnen Sie gut durch, wie viel Sie monatlich zurückzahlen können. Je kürzer die Laufzeit, desto günstiger ist der Ratenkredit.

Auch der Abschluss einer Restschuldversicherung kann den Ratenkredit teurer machen. Hierbei handelt es sich um eine Versicherung, mit der sich zum einen der Kreditgeber dagegen absichern will, dass Sie den Ratenkredit durch Tod, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit nicht vollständig abzahlen können. Zum anderen soll sie Ihre Angehörigen davor schützen, für Ihre Schulden aufkommen zu müssen.

Abgesehen davon, dass man hier auf die Versicherungsbedingungen achten sollte (Leistungsausschlüsse, Wartezeiten), versuchen Banken gerne, eine Restschuldversicherung an den Mann zu bringen. Diese ist für einen Ratenkredit jedoch nicht gesetzlich vorgeschrieben. Sie brauchen also keine abzuschließen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Kosten für eine Restschuldversicherung zusätzlich zu Buche schlagen können: 1. Bei manchen Banken ist der Abschluss einer Restschuldversicherung Bedingung für den Erhalt eines Ratenkredits. In diesem Fall müssen die Kosten für die Versicherung im Effektivzins berücksichtigt sein. 2. Die Kosten für die Restschuldversicherung sind nicht im Effektivzins berücksichtigt, sondern kommen einfach so noch oben drauf, falls Sie eine abschließen.