0

Schon seit geraumer Zeit gab es Bedenken, dass eine Krankenkasse pleite geht. Die City BKK ist nun bankrott und die Vereinigte IKK ist in eine finanzielle Schieflage geraten.
Zum ersten Mal seit der Einführung des Gesundheitsfonds vor zwei Jahren sind Krankenkassen in eklatante finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die bankrotte Berliner City BKK schließt zum 30. Juni wegen chronischer, finanzieller Probleme und einem erheblichen Verlust an Mitgliedern. Der Mitgliederabgang ist Resultat des Zusatzbeitrags in Höhe von 15 Euro pro Monat, den die Kasse auf Grund ihres Finanz -Engpasses erhoben hatte.
Die Vereinigte IKK steht momentan mit anderen Innungskrankenkassen bezüglich finanzieller Unterstützung in Verhandlung. Dabei geht es wohl um eine Summe von 50 Millionen Euro. Bei der Vereinigten IKK handelt es sich mit ihren rund 1,7 Millionen Versicherten um die zweitgrößte Innungskrankenkasse in Deutschland. Wenn die Kasse Mitte Mai den anderen Innungskrankenkassen ein tragfähiges Sanierungskonzept präsentiert, entscheiden diese, ob sie die Vereinigte IKK mit einer Geldspritze unterstützen.
Natürlich sind viele Kunden jetzt verunsichert. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten, was Versicherte jetzt tun sollten.

Weshalb bekommen die Kassen jetzt Schwierigkeiten?
Die beiden betroffenen Kassen weisen eine spezielle Struktur auf, denn sie haben verhältnismäßig viele Mitglieder in Ballungsräumen, in welchen Arzt- und Krankenhausleistungen im Preis sehr hoch sind. Parallel haben diese Kassen eher wenig junge, vermögende Kunden. Derartige Ungleichgewichte werden durch den Gesundheitsfonds jedoch nicht ausbalanciert, was zu den finanziellen Nöten der Krankenkassen führt.

Was geschieht mit den Mitgliedern beim Bankrott einer Krankenkasse?
Die betroffenen Kassen müssen ihre Versicherten frühzeitig informieren, damit diese daraufhin ihre Krankenversicherung wechseln können. Die Wechselfrist endet zwei Wochen nach Schließung der Kasse. Im Fall der City BKK, die zum 30. Juni schließt, haben deren Mitglieder folglich bis 14. Juli Zeit, sich eine neue Kasse zu suchen. Falls jemand die Frist verpasst, wird er vom Arbeitgeber bei einer neuen Kasse angemeldet. Bei säumigen Rentnern übernimmt dies der Rentenversicherungsträger.
Die Frist einzuhalten ist folglich sinnvoll, wenn man die Kasse selbst auswählen will.
Ein wenig anders sieht es bei freiwillig Versicherten aus: sie können drei Monate lang wechseln, sind innerhalb dieses Zeitraums versichert, müssen jedoch eventuell anfallende Kosten selbst bezahlen. Diese können sie sich von der neuen Kasse hierauf  rückvergüten lassen.

Wer kommt für laufende Behandlungen auf ?
Falls man im Zeitraum einer Kassenschließung einen Krankenhausaufenthalt hat, werden die Kosten von der Gemeinschaft der restlichen Kassen bezahlt. Im Fall der City BKK sind das die Betriebskrankenkassen.

Worauf sollte man bei der Wahl der neuen Krankenkasse achten?
Hauptsächlich darauf, dass die neue Kasse keine Zusatzbeiträge verlangt, denn das ist ein Kriterium, welches man sich beim Wechsel sparen kann. Des Weiteren sollte man nachdenken, welche Leistungen für einen besonders wichtig sind und nach diesen Faktoren die neue Kasse wählen, raten Verbraucherschützer. Um nach der Schließung einer Krankenkasse zu wechseln, genügt es, den Mitgliedsantrag der neuen Versicherung auszufüllen.

Was tun, wenn eine Versicherung sich weigert, jemanden aufzunehmen?
Die gesetzlichen Krankenkassen sind verpflichtet, jeden Versicherten einer anderen gesetzlichen Kasse aufzunehmen, egal, ob es sich um ältere Versicherte oder chronisch Kranke handelt. Jedoch gab es seit der Pleite der City BKK schon Fälle, bei denen verschiedene Krankenkassen meinten, eine Aufnahme sei zur Zeit nicht möglich. Betroffen waren hier meist ältere Kunden, die unter einer Erkrankung leiden, da diese die Kassen viel Geld kosten, aber meist nur geringe Beiträge zu entrichten haben.
Wenn betroffene Kunden tatsächlich abgewimmelt werden, sollen sie sich beim Vorstand der jeweiligen Kasse beschweren, rät das Bundesversicherungsamt (BVA), denn solche Verhaltensweisen seien rechtswidrig. Auch Verbraucherschützer empfehlen, dass man standhaft bleibt, denn meist hilft dies bereits, da die Kasse ja darauf hofft, dass man kapituliert.

Beschweren können abgewiesene und entmutigte Kunden sich bei den Verbraucherzentralen oder auch beim BVA unter der Telefonnummer: 0228/619-0 oder per Email an: poststelle@bva.de

Kommentare sind deaktiviert.