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Krankenkassen wollen Überschüsse nicht ausschütten

Krankenkassen wollen Überschüsse nicht ausschütten

Die gesetzlichen Krankenkassen haben eigentlich schon immer Geldprobleme gehabt. Daher haben viele Versicherungen in den vergangenen Jahren zusätzliche Beträge erhoben. Zusammen mit den Einnahmen durch Praxisgebühr und vergessene Erstattungen von Zuzahlungen konnte sich so ein gewaltiger Überschuss ansammeln. Grund genug für viele Verbraucherorganisationen und Politiker, eine Rückzahlung von Prämien zu verlangen, um die Versicherten finanziell zu entlasten. Davon aber wollen die Krankenkassen nichts hören.

Zusatzbeitag wird vielerorts wieder abgeschafft

Nun gibt es tatsächlich unterschiedliche Ansichten darüber, ob sich der bürokratische Aufwand einer Prämienerstattung wirklich lohnt. Aber auch mit einer Senkung der Krankenkassenbeiträge wäre den Versicherten geholfen, die jedoch schon aus politischen Gründen unwahrscheinlich ist. Immerhin haben einige Krankenkassen mittlerweile den Zusatzbeitag wieder abgeschafft. Manche der Mitbewerber hatten erst gar keine Extrabeträge von den Versicherten verlangt und somit eine regelrechte Wechselflut ausgelöst. Zudem haben bis heute einige der Versicherten ihre ausstehenden Zusatzbeiträge gar nicht bezahlt.

Zuzahlungen bringen ebenfalls Überschüsse

Die Krankenkassen möchten die Überschüsse in künftige Verbesserungen der Leistungen investieren und sehen keinen Grund für eine Rückvergütung. Dabei geht es ja zunächst nur um die bereits aufgelaufenen Überschüsse. Tatsache ist, dass alleine durch die umstrittene Praxisgebühr jedes Jahr mehr Geld auf die Konten der Versicherungen wandert. Ein großer Einnahmefaktor sind aber auch die Zuzahlungen für Medikamente. Die wenigsten Versicherten denken überhaupt daran, dass sie einen Teil der Zuzahlungen am Jahresende wieder zurückbekommen können. Dabei gilt: Keiner muss mehr als 2 Prozent seines Einkommens für Zuzahlungen aufwenden – bei chronisch Kranken sind es sogar nur 1 Prozent. Diese Grenze kann gerade bei Rentnern und anderen Versicherten mit geringem Einkommen rasch erreicht werden – zumal die Praxisgebühr mit eingerechnet wird.

Der Krankenkasse nichts schenken

Natürlich informieren die Krankenkassen nicht automatisch darüber, dass die jeweilige Zuzahlungsgrenze erreicht ist. Um eine Rückzahlung zu erhalten, muss der Versicherte selbst tätig werden. Und obwohl die Kasse bereits über die Apothekenabrechnungen genau wissen sollte, welche Medikamente mit welcher Zuzahlung für den Patienten abgerechnet wurden, muss der Versicherte noch alle Rechnungen im Original als Beleg einschicken, was „zwingend notwendig“ sein soll. Allerdings ist kaum nachvollziehbar, warum es umgekehrt möglich ist, den gesamten maximalen Zuzahlungsbetrag im Voraus zu leisten, um sich dann von den Zuzahlungen befreien zu lassen. Natürlich wäre es für die Kassen kein Problem, die Befreiung automatisch mit dem Erreichen der Zuzahlungsgrenze zu vollziehen. Die Krankenkassen scheinen also durchaus damit zu rechnen, dass viele Leute den Aufwand scheuen oder es schlicht vergessen.

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