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Rente: Mehr Flexibilität gewünscht.

Rente: Mehr Flexibilität gewünscht.

Umfragen zufolge wünschen sich viele Menschen in Deutschland eine größere Flexibilität in Sachen Rente. Während die große Politik eher pauschal über das spätere Renteneintrittsalter diskutiert und ständig neue Zahlen die Runde machen, geht die Diskussion an der Wirklichkeit vieler Berufstätiger einfach vorbei.

Starre Grenzen entsprechen nicht der Lebenswirklichkeit

So ist es beispielsweise eine bekannte Tatsache, dass manche Berufsgruppen nur selten bis zur eigentlichen Altersgrenze durchhalten, sei es wegen psychischer oder körperlicher Belastungen. Es ist in der Tat nicht gut vorstellbar, dass Menschen im Alter von fast siebzig Jahren beispielsweise als Dachdecker noch in großen Höhen schwere körperliche Arbeit verrichten sollen. Umgekehrt gibt es aber viele Berufstätige, die sehr viel Freude an ihrem Job haben und diesen auch noch gerne im Alter ausüben würden – dies aber aufgrund starrer Regelungen gar nicht mehr dürfen. Sicher machen Altersgrenzen in vielen Berufen Sinn – oder möchte sich jemand von einem Piloten jenseits der 80 nach Mallorca fliegen lassen? Aber wenn die Tätigkeit auch von älteren Menschen noch gut zu bewältigen ist und diese keine Lust auf einen vollen Ruhestand haben, sollten sie dies auch dürfen, so die Meinung vieler befragter Bürger.

Umfrage zeigt eindeutige Ergebnisse

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) hat eine entsprechende Umfrage durchgeführt und kommt zu eindeutigen Ergebnissen. So wünschen sich rund 70 Prozent der Befragten eine Art flexiblen Alterskorridor, der sowohl ein früheres Ausscheiden als auch ein längeres Verbleiben im Beruf ermöglichen würde. Davon würde unter dem Strich vermutlich auch die Rentenkasse profitieren, denn die Zahl derer, die freiwillig gerne noch länger arbeiten würden, ist höher als man allgemein annimmt. Ebenfalls mehr als 70 Prozent befürworten daher eine Art Mindestalter, das man zum Renteneintritt erreicht haben muss – aber eben keine Pflicht, dann auch wirklich aufhören zu müssen.

Längere Lebensarbeitszeit okay?

Eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit ist für eine Mehrheit von 56 Prozent durchaus akzeptabel, so die Umfrage weiter. Damit tragen die Befragten den Erfordernissen der veränderten Demografie durchaus Rechnung. Außerdem lässt es sich nicht bestreiten, dass die Menschen nicht nur immer älter werden, sondern auch immer länger aktiv im Leben stehen. Die Politik streitet hingegen weiterhin um eine allgemeingültige Lösung. Derzeit wird das Rentenalter (bei einem Eintritt ohne Abschläge) von 65 Jahren schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Die große Koalition aus SPD und CDU/CSU beabsichtigt laut Koalitionsvertrag, einen abschlagsfreien Renteneintritt auch ab 63 Jahren zu ermöglichen, wenn der Beschäftigte 45 Jahre lang Beiträge eingezahlt hat. Allerdings ist dabei noch nicht geklärt, inwiefern auch beschäftigungsfreie Zeiten im Leben berücksichtigt werden – eine Frage, die sich aufgrund der veränderten Biographien vieler Menschen künftig immer häufiger stellen wird.

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