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finanzamtOb ein Maler Ihre Wohnung streicht, ein Gärtner Ihren Rasen mäht oder Sie eine Haushaltshilfe auf Minijobbasis beschäftigen – ab 2009 können Privathaushalte pro Jahr mehr für haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen als bisher. Mit dem „Gesetz zur Förderung von Familien und haushaltsnahen Dienstleistungen“ verfolgt die Bundesregierung das Ziel, die Steuerlast der Bürger zu reduzieren und Schwarzarbeit weiter einzudämmen.

Danach werden Ihnen die folgenden Beträge von der Einkommensteuer abgezogen:

  • Für Handwerkerarbeiten in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus: 20 Prozent der Kosten für Arbeits-, Fahrt und Maschinenkosten, maximal bis zu 1.200 Euro (vorher 600 Euro)
  • Für alle anderen Dienstleistungen selbständiger oder sozialversicherter Haushaltshilfen inkl. Pflegedienstleistungen: 20 Prozent der Kosten, bis zu 4.000 Euro (vorher 600 Euro bzw. 1.200 Euro bei Pflegebedarf bei Selbständigen sowie 12 Prozent der Kosten bis zu 2.400 Euro bei Sozialversicherten)
  • Für Haushaltshilfen auf Minijobbasis: 20 Prozent, maximal 510 Euro (vorher 10 Prozent, maximal 510 Euro)

Entsprechend reduzieren sich gegebenenfalls dann auch die Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag.

Und für diese Dienstleistungen, die in Ihrem Haushalt bzw. auf Ihrem Grundstück durchgeführt werden, können Sie den Steuerabzug beispielsweise geltend machen:

Handwerkerarbeiten (bis maximal 1.200 Euro):

  • Maler-, Lackier-, Tapezier- und Verputzarbeiten
  • Wartungs- und Reparaturarbeiten (Haushaltsgeräte, PC, Schornstein-, Heizungs-, Wasser-, Gasanlage, Hausanschlüsse)
  • Arbeiten an Fassade, Dach oder Garage
  • Modernisierung oder Austausch von Bad, Küche
  • Reparatur oder Erneuerung von Bodenbelägen
  • Pflaster-, Garten- und Wegebauarbeiten

Alle anderen haushaltsnahen Dienstleistungen (bis maximal 4.000 Euro):

  • Haushaltshilfe (kochen, waschen, bügeln, putzen, einkaufen)
  • Gartenhilfe (Rasen mähen, Unkraut zupfen, Hecken und Sträucher beschneiden)
  • Alten- und Krankenpflege, Seniorenbetreuung

Nicht absetzen lassen sich dagegen zum Beispiel:

  • Materialkosten (weder bei Handwerkerarbeiten noch bei Pflegekräften oder Haushaltshilfen)
  • Handwerkerkosten für Aus- und Umbauarbeiten (Ausnahme: Baumaßnahmen, die im CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW-Bank gefördert werden)
  • Kosten für den Nachhilfe- oder Klavierlehrer sowie die Friseurin etc., die zu Ihnen nach Hause kommen

Voraussetzungen:

Alle Rechnungsbeträge müssen überwiesen, nicht bar bezahlt werden. Die Posten für Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten müssen inklusive Umsatzsteuer getrennt von Materialkosten aufgeführt werden. Minijobs müssen angemeldet sein.

Weitere Informationen:

Gesetz zur Förderung von Familien und haushaltsnahen Dienstleistungen (Download als PDF von der Internetseite des Bundesfinanzministeriums)

Haushaltsnahe Dienstleistungen. Noch mehr Steuervorteile (Finanztest 04/2009)

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