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Mietpreisbremse

Mietpreisbremse

Bei Neuverträgen dürfen Vermieter in Berlin künftig nur noch zehn Prozent Aufschlag auf die Miete erheben. Die Mietpreisbremse war lange angekündigt und soll vor allem in Ballungsräumen helfen, die Mietexplosionen einzudämmen. Bislang war es gängige Praxis, dass Vermieter nach dem Auszug eines Vormieters den neuen Mieter deutlich stärker zur Kasse baten, obwohl sich an der Qualität und Ausstattung der Wohnung nichts geändert hatte. Speziell in Städten mit einem hohen Studentenanteil führte dies dazu, dass kaum noch bezahlbarer Wohnraum zu finden war. Der Bundestag beschloss daraufhin im März die Mietpreisbremse, die nun von den Bundesländern umgesetzt werden muss. In Berlin ist dies ab 1. Juni der Fall.

Was bringt die Mietpreisbremse?

Kritiker bezweifeln, dass die Mietexplosion durch die Mietpreisbremse wirksam eingedämmt werden kann. Zum einen seien gerade im Berliner Wohnungsmarkt die Mieten in den vergangenen Monaten kaum noch angehoben worden, was anhand verschiedener Statistiken abzulesen sei. Außerdem sei die Belastbarkeit der Mieter für den Markt in Berlin ohnehin erreicht, weswegen die Mietpreise nicht mehr weiter ansteigen könnten, ohne die Vermietbarkeit zu beeinträchtigen. Berlin liegt dabei mit ca. neun Euro pro Quadratmeter als angenommene Belastungsgrenze noch relativ niedrig, wenn man sie mit anderen Städten vergleicht. Jedoch ist das Einkommen in der Hauptstadt teilweise immer noch deutlich geringer, weswegen sich der Mietpreisanstieg im Vergleich zur Kaufkraft stärker bemerkbar macht als in anderen Regionen.

Wohnungsangebot bleibt knapp

Besonders preistreibend für den Wohnungsmarkt insgesamt sind zudem die zahlreichen sanierten Wohnungen und Neubauten, die auf den Markt drücken. Eine solche Komplettsanierung bringt dem Eigentümer insofern deutlich mehr Miete, als die alten Verträge dann aufgekündigt werden und im neuen Vertrag erheblich mehr verlangt wird. Nicht selten verschwinden solche Objekte auch vollständig vom Mietmarkt, weil sie als Eigentumswohnungen neue Eigentümer finden, die sie dann selbst bewohnen. Die Mietpreisbremse wird in vielen Fällen also kaum oder überhaupt keine Wirkung zeigen können. Für den ohnehin strapazierten Wohnungsmarkt der Hauptstadt ist dies keine gute Entwicklung, denn Berlin richtet sich auf ein weiteres Bevölkerungswachstum in den nächsten Jahren ein.

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