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PKV: Privatversicherte

Privatversicherte müssen in Zukunft noch viel tiefer in die Tasche greifen

Es scheint einfach und komfortabel zu sein. Massiv bewerben private Krankenversicherungen ihre Produkte und rechnen vor, wie man mit relativ niedrigen Beiträgen zum Privatversicherten werden kann. Und die genießen schließlich diverse Vorteile beim Arzt, wie kürzere Wartezeiten oder mehr Erstattungen für Behandlungen und Medikamente – soweit die populäre Meinung zur PKV. Doch inzwischen reichen die Beiträge den Versicherungen nicht mehr aus. Die AOK hat eine Studie vorgelegt, derzufolge die privaten Versicherungsgesellschaften offenbar nicht genügend für die kommenden Jahre vorgesorgt haben. Wie das Magazin „Stern“ vor Kurzem berichtete, müssten die Gesellschaften der AOK-Studie nach eigentlich jeden Versicherten mit 2.700 Euro im Jahr zusätzlich belasten, um in den nächsten 40 Jahren stabil wirtschaften zu können.

AOK-Studie nennt Schwächen der PKV

Gründe für diese Situation gibt es viele; die Studie stellt besonders drei heraus. Erstens laufen den Privatversicherungen die stetig wachsenden Kosten für Ärzte, Krankenhäuser und Arzneimittel davon. Zweitens, so die AOK-Studie weiter, bliebe die demografische Entwicklung – also das zunehmende Lebensalter der Bevölkerung – oft unberücksichtigt. Drittens mache sich schließlich die niedrige Zinssituation an den Kapitalmärkten negativ bei den Erträgen der PKV bemerkbar, was die Beiträge indirekt erhöhen würde, schreibt der „Stern“ unter Bezug auf die Studie der gesetzlichen Krankenkasse.

Kritik an schlechten Wechselmöglichkeiten

In der letzten Zeit häufen sich Beschwerden von Privatversicherten, weil ihre Beiträge horrend angestiegen sind. Dies trifft in erster Linie die älteren Versicherten, die einst mit niedrigen Beiträgen gelockt wurden. Das Problem für viele dieser Kunden ist, dass es ein Zurück in die gesetzliche Krankenkasse in der Regel nicht gibt. Verbraucherzentralen empfehlen den Betroffenen meist einen Wechsel in den sogenannten Basistarif, der mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen vergleichbar sein soll. Teuer bleibt es dann dennoch. Sogenannte Billigtarife, die es bei mancher PKV auch gibt, werden wegen ihres unzureichenden Versicherungsschutzes mittlerweile auch von Politikern kritisiert. Auch die mangelnden Wechselmöglichkeiten bereiten zunehmend Sorgen, weswegen manch Gesundheitspolitiker mittlerweile strengere gesetzliche Vorgaben für die private Krankenversicherung fordert. Will die Versicherungswirtschaft das verhindern, müssen dringend neue Konzepte her. Das weiß man auch in den Chefetagen, wo man den Rotstift künftig unter anderem auch bei den hohen Provisionen der Vermittler ansetzen will.

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