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Seit der Einführung der nach dem damaligen Minister Riester benannten Altersvorsorge haben inzwischen fast 14 Millionen Deutsche ihr Geld in entsprechende staatlich geförderte Finanzprodukte gesteckt. Vor allen anderen Varianten rangiert die Rente dabei unangefochten an erster Stelle. Viele Verbraucher haben sich in der Vergangenheit aber zu wenige Gedanken um die Effektivität des jeweiligen Produktes gemacht. Inzwischen stellt sich heraus, dass zahlreiche Verträge für die Kunden derart unvorteilhaft sind, dass sie unter dem Strich am Ende ein Vermögen kosten können.

Alle Kosten und Leistungen vergleichen

Die Riester-Rente ist trotz staatlicher Förderung ein privates Versicherungsmodell wie jedes andere auch. Daher sollte man – wie eben bei jeder anderen Versicherung – Beiträge und Leistungen miteinander vergleichen. Einfach blind einen Vertrag abzuschließen, ist dabei auf keinen Fall zu empfehlen. Einige Produkte setzen dabei eindeutig auf die Gleichgültigkeit der Kunden, die sich allzu oft nur dafür interessieren, die staatliche Förderung zu sichern. Wenn man aber weiß, dass gegen Ende der Laufzeit dann Unterschiede von bis zu 25 Prozent keine Seltenheit sind, könnte es sich lohnen, doch etwas genauer hinzusehen.

Bafin-Zertifikat kein Garant für hohe Rendite

Grundsätzlich sollte man auf die Kosten achten, die für Vertragsabschluss und Verwaltung anfallen. Doch vor allem die Wahl des richtigen Anbieters ist bei der Riester-Rente entscheidend. Es sollte sich um einen finanzstarken und seriösen Anbieter handeln, der den Kunden eine hohe Garantie- und Überschussrente bietet. Die Unterschiede können bemerkenswert hoch ausfallen. Die Auswahl ist groß, was die Sache nicht einfacher macht. Über eintausend Angebote verschiedener Dienstleister sind mittlerweile von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) zertifiziert worden. Ohne diese Zertifizierung gibt es die staatliche Förderung nicht. Allerdings sagt dieses Zertifikat für den Kunden absolut nichts über Rendite oder die Qualität des Finanzprodukts aus. Es besagt lediglich, dass die gesetzlichen Vorgaben erfüllt wurden.

Höhe der Garantierente maßgeblich

Als Faustregel lässt sich sagen, dass Alter und Sicherheitsbedürfnis des Sparers die Hauptrolle spielen sollten. Wer schon älter ist, sollte ein Produkt wählen, das sehr zurückhaltend bei den Risiken ist und dafür eine hohe Sicherheit bietet. Fonds sind deswegen für solche Kunden weniger geeignet als beispielsweise Rentenversicherungen oder Banksparpläne. Besonders die Rentenversicherungen sind wegen ihrer Garantieverzinsung beliebt, schlagen auf der anderen Seite aber mit hohen Verwaltungskosten zu Buche, die besonders in den ersten Jahren den Ertrag zum größten Teil aufzehren können. Doch gleichgültig, für welches Produkt man sich entscheidet, sollte stets die Höhe der Garantierente maßgeblich sein und nicht die theoretisch möglichen errechneten Rentenhöhen, die in der Realität stark schwanken können.

Wechsel kann teuer werden

Ein Vergleich der Finanzprodukte vor Abschluss eines Produkts für Riester ist daher jedem zu empfehlen. Auch nach Abschluss ist ein Wechsel zwar grundsätzlich möglich, kann aber aufgrund der entstehenden Kosten sehr unrentabel sein. Dennoch: Sollte die zu erwartende Rente extrem unvorteilhaft sein, sollte auch ein Wechsel in Erwägung gezogen werden, allerdings nur nach eingehender Beratung, zum Beispiel durch eine Verbraucherzentrale.

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