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gesetzliche Rente

Risikoklassen sollen Privatrente transparenter machen

Kaum etwas ist so kompliziert wie Lebensversicherungen und Rentenpolicen. Für den Verbraucher war es bisher sehr schwierig, das Risiko der jeweiligen Anlage genau zu beurteilen. Mit einer neuen Klassifizierung möchte eine Rating-Agentur jetzt Licht ins Dunkel bringen. Die Agentur Franke und Bornberg (FB) hat eine Klassifizierung für Rentenversicherungen entwickelt, die sich am individuellen Sicherheitsbedürfnis der Verbraucher orientieren soll. Die Einstufung erfolgt anhand bestimmter Kriterien, darunter Mindestanforderungen für jede Garantieklasse. Renditechancen und Sicherheit der Geldanlage sollen zum Merkmal guter Policen gehören. Bewertet die Agentur die Garantiemerkmale einer Police negativ, bedeutet dies für den Verbraucher, dass er bei einer Kündigung des Vertrags Verluste hinnehmen muss. Diese einfache Klassifizierung ermöglicht dem Verbraucher also, auf einen Blick sichere von unsicheren Policen zu trennen und dann seine Entscheidung auf Grundlage dieser Informationen zu fällen.

Niedrigzinsen belasten Garantieversprechen

Ein großes Problem der klassischen Lebensversicherungen und anderer Rentenprodukte sind die Niedrigzinsen, die seit Beginn der Finanzkrise die Renditen stark beschnitten haben. Dies macht es den Versicherern natürlich schwer, ihre einmal gegebenen Zusagen über garantierte Verzinsungen einzuhalten. Dennoch möchte der überwiegende Teil der Verbraucher sich auf solche Garantien verlassen. Die Versicherer verändern ihre Produkte daher und reduzieren die Garantieversprechen auf einige wenige Leistungen. Im Gegenzug wird die Risikofreudigkeit bei anderen Leistungen mit höheren Renditen belohnt – wenn alles gut geht. Wenn dies nicht der Fall ist, bleibt der Kunde ohne Garantieversprechen auf den Verlusten sitzen. Das bedeutet natürlich nicht, dass solche Policen grundsätzlich Teufelswerk sein müssen. Viele der risikoreicheren Anlagen können sich durchaus lohnen. Es kommt jedoch darauf an, dass der Verbraucher sich jederzeit über das Risiko im Klaren ist. Hierfür muss er bei der Auswahl der Produkte das Verhältnis von Risiko und Renditechancen bewerten können, was ohne Hilfe bislang kaum möglich war.

Der Vorteil des Kunden fließt in die Bewertung ein

Da viele Kunden sich in der Materie einfach nicht auskennen, ist eine Klassifizierung durch eine Ratingagentur natürlich eine interessante Sache. Sie erleichtert den Durchblick, der durch Fachbegriffe und komplizierte Berechnungen häufig getrübt ist. Dabei kommt es den Spezialisten der Agentur FB darauf an, den Sachverhalt möglichst einfach darzustellen. Zwar sind komplizierte Rechenmodelle auch in der Lage, Risikobewertungen zu klassifizieren. Doch bei FB will man sich weniger auf Wahrscheinlichkeiten verlassen als auf konkrete Garantiezusagen der Anbieter solcher Policen. Sie gründen ihre Bewertung also nicht auf die zu erwartende Marktentwicklung, sondern vielmehr auf die Vertragsbedingungen und Sachverhalte, die in den Unterlagen erläutert werden. Alle anderen Daten und Aussagen zählen für den Kunden letztlich nicht, so die FB-Experten. Mit fünf Kategorien von A bis E will FB den Verbrauchern künftig die Auswahl ihrer Versicherungsprodukte deutlich erleichtern. Dabei enthalten die Bewertungen Bonuspunkte für besonders verbraucherfreundliche Konditionen sowie einen Malus für Vertragsbedingungen, die dem Verbraucher zum Nachteil gereichen könnten. Insgesamt eine gute Idee, denn somit könnte sich der Wirrwarr in den Versicherungsbedingungen künftig deutlich lichten.

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