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Gelder auf normalen Girokonten sind ab dem 01.01.2012 nicht mehr vor einer Pfändung geschützt. Ein Pfändungsschutz per Gerichtsbescheid ist dann nicht mehr möglich. Um eine Pfändung zu vermeiden, müssen Schuldner ihr Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln oder sich ein neues einrichten lassen.

Schutz des Existenzminimums
Wer bereits Pfändungen auf seinem Girokonto vorliegen hat oder von einer solchen bedroht ist sollte sich seinen pfändungsfreien Betrag unbedingt schützen lassen. Wer sein Konto nicht rechtzeitig in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln lässt, bekommt ab dem neuen Jahr sämtliche Eingänge darauf gepfändet. Diese werden von der Bank dann automatisch an den jeweiligen Gläubiger überwiesen. Dies gilt auch für Sozialleistungen, welche bisher einen 14tätigen Verrechnungsschutz hatten. Nach der Umstellung in ein Pfändungsschutzkonto ist auf dem Girokonto automatisch ein Betrag von 1028,89 Euro geschützt. Somit besteht nicht die Gefahr, dass der Schuldner kein Geld hat, um beispielsweise seine Miete zu überweisen. Für eine rechtzeitige Umstellung muss der Auftrag hierzu spätestens bis zum 27.12.2011 bei der Bank vorliegen.

Den Schutzbeitrag individuell erhöhen
Der geschützte Betrag gilt für jeden Monat aufs Neue. Verbraucht der Schuldner in einem Monat nicht den kompletten Betrag, dann erhöht sich der pfändungsfreie Betrag für den nächsten Monat entsprechend. Zudem kann der Schuldner den geschützten Betrag erhöhen lassen, wenn er beispielsweise Unterhalt zahlen muss oder Kindergeld empfängt. Wird eine Erhöhung gewünscht, dann muss er die Berechtigung gegenüber seiner Bank entsprechend nachweisen.

Banken zur Umwandlung verpflichtet
Die Banken sind dazu verpflichtet, für Schuldner ein Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umzuwandeln oder für diesen ein neues einzurichten. Hierfür dürfen von der Bank auch keinerlei Gebühren berechnet werden. Allerdings dürfen die Banken hierfür Kontoführungsgebühren berechnen. Und diese fallen derzeit noch sehr heftig aus. So sind monatliche Gebühren über 10 Euro keine Seltenheit. Wegen der überhöhten Gebühren wurden bereits verschiedene Banken von Verbraucherschutzstellen abgemahnt.

Was sonst noch wichtig ist
Ein Pfändungsschutzkonto darf nicht als Gemeinschaftskonto geführt werden. Wer beispielsweise bisher mit seinem Partner ein gemeinsames Konto hatte, muss nun ein eigenes Pfändungsschutzkonto eröffnen. Zudem darf jeder Schuldner nur ein Pfändungsschutzkonto führen. Um zu vermeiden, dass Personen mehrere solcher Konten eröffnen, wird die Einrichtung eines Pfändungsschutzkontos an die Schufa gemeldet.

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