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Sicher einkaufen / verkaufen im Internet

Sicher einkaufen / verkaufen im Internet

Mal eben den Inhalt seines Kleiderschranks verkaufen oder den Keller entrümpeln – das ist die Idee für privates Verkaufen auf Ebay. Doch was so einfach sein könnte, wird durch das Finanzamt manchmal zum Alptraum.

Händler oder privater Anbieter?

Nicht immer ist es ganz einfach, hier die Trennlinie zu ziehen. Besonders beim wiederholten Verkauf von identischen Artikeln gab es schon oft ein böses Erwachen. Unterstellt das Finanzamt eine Gewinnerzielungsabsicht, wird man schnell als kommerzieller Händler eingestuft und sollte eine Gewerbeanmeldung vorweisen können. Ansonsten begeht man unter Umständen Steuerhinterziehung. Das kann schon dann passieren, wenn man den Kleiderschrank mit ungetragenen Markenklamotten entrümpeln möchte. Denn nicht nur Neuware kann zum Händlerstatus führen. Immer dann, wenn viele Auktionen gleichzeitig oder innerhalb sehr kurzer Zeit abgewickelt werden, wittert das Finanzamt Verdacht. Der Bundesfinanzhof gibt den Steuerbehörden eine weitere Hilfestellung, indem er Unternehmen wie Ebay oder Amazon zur Herausgabe von Daten ihrer Nutzer verpflichtet. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man größere Posten über professionelle Händler verkauft.

Widerrufsfristen und Gewährleistung

Beim Kauf von Waren im Internet gilt ein 14-tägiges Rückgaberecht. Das gilt jedoch nur beim Kauf bei gewerblichen Händlern. Ein Widerruf muss grundsätzlich schriftlich erfolgen, die einfache Rücksendung der Ware genügt nicht. Ein solcher Widerruf kann beispielsweise per E-Mail, Einschreiben oder ein entsprechendes Formular des Händlers erfolgen. Das Porto für Rücksendungen übernehmen die Händler häufig freiwillig, obwohl sie dazu seit 2014 rechtlich nicht mehr verpflichtet sind. Besonders wichtig ist außerdem die Frage der gesetzlichen Gewährleistungspflicht. Sie gilt grundsätzlich immer, kann von privaten Anbietern aber explizit ausgeschlossen werden, indem eine Formulierung wie „Verkauf unter Ausschluss der Sachmängelhaftung“ verwendet wird. Händler können diesen Kniff nicht anwenden, obwohl es häufig versucht wird. Ein solcher Zusatz bei gewerblichen Händlern hat in der Regel keine Wirkung. Aber Vorsicht: Trotz Ausschluss der Sachmängelhaftung muss ein Gegenstand die zugesicherten Eigenschaften der Produktbeschreibung besitzen. Wer also privat ein Auto verkauft und zusichert, dass das Getriebe einwandfrei funktioniert, muss bei einem entsprechenden Mangel gegebenenfalls nachbessern. Zur Beweissicherung sollten sowohl Käufer als auch Verkäufer stets eine Kopie der Produktbeschreibung ausdrucken und zu den Akten nehmen.

Bezahlung der Ware sicher abwickeln

Sowohl für Käufer als auch für Verkäufer ist die sichere Abwicklung von Ware gegen Geld wichtig. Betrug kann fast nie ausgeschlossen werden. Oft wird die Nachnahme als sicheres Zahlungsmittel angesehen, doch bei der Übergabe durch den Postboten kann der Kunde die Ware nicht vor der Bezahlung prüfen. Im Extremfall könnte also statt eines Computers ein Ziegelstein im Paket sein, den man teuer bezahlt hat. Bankeinzug ist der Überweisung vorzuziehen, da man Lastschriften innerhalb der erlaubten Fristen zurückholen kann. Ähnliches gilt für Kreditkarten; Rückbuchungen sind hier relativ einfach durchzuführen. Wichtig ist, dass Bezahlungen im Internet grundsätzlich nur über sichere und verschlüsselte Verbindungen erfolgen (erkennbar am „https“ in der Browser-Adresszeile). Eine gewisse Sicherheit (im Rahmen ihrer AGB) bieten Bezahldienste wie PayPal. Beim Einkauf im Internet sollte stets auch ein Blick in das Impressum des Anbieters geworfen werden, denn es ist oft nicht auf Anhieb ersichtlich, dass ein Verkäufer beispielsweise in Hongkong sitzt. Bei Einkäufen im Nicht-EU-Ausland drohen Zölle und Steuerforderungen bei der Einfuhr. Und zu guter Letzt: Finger weg von Plagiaten! Zieht der Zoll sie aus dem Verkehr, ist das Geld meist weg und man steht ohne Ware da.

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