
Die eigene Solaranlage lohnt immer noch - auch mit niedrigerer Förderung
Die Produktion und der Einsatz erneuerbarer Energien werden vom Staat gesetzlich gefördert. Im Falle der Solarenergie wird dies schneller und umfänglicher in Anspruch genommen als erwartet. Dadurch dass so viele in die Solarenergieproduktion einsteigen, sinken die Kosten für Photovoltaikanlagen plus Installation so rasch, dass die Förderung in Relation dazu zu hoch ist und sich daraus übermäßiger Profit schlagen lässt. Aus diesem Grund senkt das Bundesumweltministerium ab dem 1. Juli 2010 die Vergütungssätze für die Einspeisung des Solarstroms außer der Reihe einmalig um 16 Prozent für Strom aus Solarstromanlagen auf dem Hausdach, bei Freiflächenanlagen auf Konversionsflächen einmalig um 11 Prozent und bei sonstigen Flächen um 15 Prozent.
Wer also ab dem 1. Juli 2010 eine Solaranlage auf seinem Hausdach in Betrieb nimmt, erhält demnach bei einer Anlage von beispielsweise 30 kW Leistung statt den seit 1. Januar geltenden 39,14 Cent Vergütung nur noch 32,88 Cent pro ins Netz eingespeister Kilowattstunde Strom.
Die übereinstimmende Meinung der Fach- und Finanzleute: Die eigene Anlage lohnt sich für Privathaushalte trotzdem weiterhin. Vor allem, wenn man den Strom vom Dach selbst nutzt. Denn in diesem Fall wird die Vergütung nicht reduziert, sondern im Gegenteil erhöht. Bisher hat man 3,6 Cent pro selbst verbrauchter Kilowattstunde mehr raus als bei der Einspeisung ins Stromnetz, ab 1. Juli 2010 sollen es 8 Cent pro Kilowattstunde mehr sein. Damit sind für den Eigenverbraucher auch Investitionen etwa für einen gesonderten Stromzähler, der den selbst verbrauchten Strom zählt, gedeckt. Diese Regelung dient als zusätzlicher Anreiz, um die Stromnetze zu entlasten.
Wer in die private Solarenergieproduktion einsteigen möchte, sollte alles gut durchrechnen, auf eine gute Qualität der Anlage achten und am besten mehrere Angebote zum Vergleich einholen. Schließlich sollte die Anlage mindestens 20 Jahre halten. Denn so lange garantiert der Staat die Förderung ab Betriebnahme. Privatleute können sich bei Verbraucherzentralen bei der Planung der eigenen Solaranlage gegen eine Gebühr beraten lassen.
Weitere Informationen:
Kabinett stimmt neuer Vergütung für Solarstrom zu (Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums vom 3.3.2010)
Solarstrom: Rendite bleibt hoch (Finanztest 01/2010)
Solarstrom: Vergütung sinkt um 16 Prozent (Meldung der Stiftung Warentest vom 20.01.2010, aktualisiert am 23.02.2010)
Solarstrom: Immer noch rentabel (Finanztest 03/2010)