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Steuererklärung: Kleine Fehler können teure Folgen haben

Nicht nur die großen Fälle von Steuerhinterziehung beschäftigen die Finanzämter. Auch die kleinen, eher alltäglichen Schummeleien bei der Steuererklärung können gravierende Folgen für den betroffenen Bürger haben. Das ist besonders dann ärgerlich, wenn es sich um keine vorsätzlichen Steuermogeleien handelt, sondern um schlichte Fehler, die aus Leichtsinn oder Unwissenheit entstehen können. Dabei wissen viele Steuerzahler nicht, dass auch kleine Ungereimtheiten bereits große Folgen haben können – denn bei Steuerbetrug gibt es keine Bagatellgrenzen.

Häufige Fehler im Fadenkreuz des Finanzamts

Ein beliebtes Beispiel für falsche Angaben bei der Steuererklärung ist der Arbeitsweg. Hier werden 30 Cent pro Kilometer vom Finanzamt für den Fahrt zur Arbeit berücksichtigt. Häufig liegen die Kilometerangaben aber deutlich über den realen Werten. Das muss nicht unbedingt auffallen, doch die Finanzbeamten rechnen diese Angaben bisweilen auch nach. Genauigkeit zahlt sich im Zweifel also bei der Berechnung schon im Vorfeld aus. Ähnlich ist es mit dem Arbeitszimmer. Immer noch nutzen viele Selbstständige und Freiberufler diese Möglichkeit, um Steuern zu sparen. Wird der Raum aber gleichzeitig auch als Gästezimmer genutzt, ist es damit schnell vorbei. Die Finanzämter sind in den vergangenen Jahren bei diesen Themen besonders sensibel geworden, da hier ein großes Schummel-Potential liegt.

Wann drohen ernste Folgen?

Nicht immer führt eine kleine Ungereimtheit gleich zu gravierenden Folgen. Normalerweise werden Strafverfahren erst bei größeren Verstößen eingeleitet. Manche Finanzämter tun dies zwar auch schon bei kleineren Tatbeständen, doch diese Verfahren werden häufig gegen Zahlung eines Bußgeldes wieder eingestellt. Bei Beträgen ab 50.000 Euro wird in der Regel immer eine Geldstrafe erhoben; ab 100.000 Euro droht sogar eine Freiheitsstrafe, die ab einer Höhe von einer Million in der Regel mehr als zwei Jahre beträgt und dann auch nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt wird.

Fehler schriftlich korrigieren

Um solche Folgen zu vermeiden, sollten Steuerzahler jeden Fehler, der ihnen auffällt, möglichst sofort beim Finanzamt korrigieren. Eine solche Meldung wirkt strafbefreiend, weswegen kein Bußgeld droht. Die ausstehenden Steuern und Zinsen müssen aber natürlich nachgezahlt werden. Eine solche Korrektur sollte stets in schriftlicher Form abgegeben werden, damit sie nachweisbar bleibt. Geht es um kleinere Korrekturen und Summen, empfehlen Finanzexperten, unbedingt auf das Wort „Selbstanzeige“ zu verzichten, Andernfalls könnte das Finanzamt einen Vorsatz unterstellen und weitere Ermittlungen einleiten, um den Steuersünder genauer unter die Lupe zu nehmen.

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