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Eine Scheidung ist grundsätzlich keine angenehme Angelegenheit. Weder emotional noch finanziell. In der Regel beginnt alles mit dem sogenannten Trennungsjahr, in dem die Ehepartner zwar noch miteinander verheiratet sind, aber von Tisch und Bett getrennt leben. Häufig gehen solche Paare davon aus, dass dies automatisch auch für die gemeinsame Veranlagung beim Finanzamt gelten muss. Das ist jedoch nicht richtig. In der Tat können Betroffene einiges sparen, wenn sie während des Trennungsjahres ihre gewohnten Steuerklassen beibehalten.

Gemeinsame Veranlagung muss nicht sofort aufgegeben werden

Die Zusammenveranlagung ist für viele Paare ein Hauptgrund, eine Partnerschaft auch auf dem Papier unter Dach und Fach zu bringen. Bei der Trennung wird dies aber häufig zum Nachteil beider Parteien voreilig geändert. Dabei wäre das überhaupt nicht nötig, denn die Bundessteuerberaterkammer in Berlin weist darauf hin, dass auch im Trennungsjahr die Zusammenveranlagung weiterhin in Anspruch genommen werden kann. Erst zum 1. Januar des Kalenderjahres, das auf die Trennung folgt, müssen die Steuerklassen dann schließlich doch geändert werden. Dann tritt an die Stelle der gewohnten Steuerklassen die Veranlagung als Single (Steuerklasse I). Lebt mindestens ein Kind mit im jeweiligen Haushalt, ist Steuerklasse II angesagt.

Termin gilt unabhängig vom Zeitpunkt der Trennung!

Die starre Grenze für die Änderung der Steuerklasse ab 1. Januar gilt unabhängig davon, ob die Trennung am Anfang oder am Ende des maßgeblichen Vorjahres erfolgt ist. Das bedeutet also im Klartext, dass es günstiger ist, sich zu Jahresbeginn zu trennen und somit möglichst lange von der Zusammenveranlagung zu profitieren. Natürlich lässt sich so etwas im Einzelfall kaum genau planen, doch Paare, die sich mit dem Gedanken an eine Trennung angefreundet haben und sich dennoch einigermaßen gut verstehen, sollten überlegen, die Trennung nicht so zu verschieben, dass beide Ehepartner möglichst lange von der Zusammenveranlagung profitieren können.

Erstattungen werden etwas komplizierter

Kommt es durch die gemeinsame Veranlagung der Ehepartner im Trennungsjahr (oder ggf. auch aus vorangegangenen Jahren) zu eventuellen Steuererstattungen, muss natürlich genau geklärt werden, wem die jeweilige Rückzahlung zusteht. Das Finanzamt sollte aus diesem Grund über die Trennung informiert werden, denn nur so kann ein Erstattungsanspruch (oder umgekehrt auch eine Nachforderung) dem jeweils richtigen Ehepartner zugeordnet werden. Beachtet man diese Hinweise, lässt sich auch bei einer Trennung in der Regel noch etwas Geld sparen, das beide Ehepartner sicherlich besser verwenden können.

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