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Rente

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Früher waren Renten von der Besteuerung ausgenommen. Dies hat sich vor einigen Jahren geändert, als die Bundesregierung eine stufenweise Besteuerung der Altersbezüge eingeführt hat. Während sich Rentner früher also um keine Steuererklärung zu scheren brauchten, muss ein Teil der Rentner inzwischen regelmäßig eine solche Erklärung abgeben. Doch das bedeutet nicht automatisch auch, dass am Ende tatsächlich Steuern gezahlt werden, denn häufig reduzieren bestimmte Faktoren die Steuerlast so stark, dass keine Zahlung an das Finanzamt geleistet werden muss.

Muss jeder Rentner eine Steuererklärung abgeben?

Viele Rentner fürchten, dass sie etwas falsch machen, wenn sie keine Steuererklärung abgeben – so wie sie das jahrelang gewohnt waren. Hier kann man insofern Entwarnung geben, als die Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung nur dann besteht, wenn die Einkünfte den Grundfreibetrag von 8.354 Euro übersteigen (für Verheiratete: 16.708 Euro). Vor allem Bezieher von kleinen Renten fallen in der Regel also nicht unter die Steuerpflicht. Doch auch dann, wenn man über dem Grundfreibetrag liegt, besteht kein Anlass zur Panik, zumal es noch den sogenannten Rentenfreibetrag gibt, der dafür sorgt, dass nicht jeder Euro versteuert werden muss, der über dem Grundfreibetrag liegt. Die tatsächliche Steuerlast hängt dabei maßgeblich von dem Zeitpunkt ab, in dem der Rentenbeginn liegt. Bei Rentenbeginn in 2005 und früher müssen 50 Prozent der Rente versteuert werden. Mit jedem weiteren Jahr steigt der prozentuale Anteil weiter an. So sind bei Rentnern ab 2010 bereits 60 Prozent der Rente steuerpflichtig, seit 2014 sind es 68 Prozent. Dies setzt sich fort, bis im Jahr 2040 schließlich eine Quote von 100 Prozent erreicht sein wird.

Abzüge sind möglich

Doch selbst wenn ein Rentner nun über die Freibeträge kommt, kann es andere Faktoren geben, die eine Zahlungspflicht ausschließen. So sind Werbungskosten (etwa für eine Rentenberatung) abzugsfähig und mindern den steuerpflichtigen Teil der Rente. Wer keine Werbungskosten geltend machen kann, kann mindestens den Pauschbetrag in Höhe von 102 Euro veranschlagen (gilt für jeden Ehegatten einzeln!). Hinzu kommen eventuell besondere Belastungen durch Krankheiten, die über den zumutbaren Eigenanteil hinausgehen. Ist ein Rentner schwerbehindert, sind weitere Freibeträge möglich, die jedoch vom Einzelfall abhängen. Etwas anders sieht es mit Betriebsrenten aus, denn sie sind sogenannte „Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit“. Diese vom Arbeitgeber gewährten Versorgungsbezüge können abhängig vom Jahr des Versorgungsbeginns mit einem Freibetrag bedacht werden. Für Rentenbeginn vor 2005 liegt dieser beispielsweise bei 40 Prozent der Versorgungsbezüge (aber nicht mehr als 3000 Euro im veranlagten Zeitraum). Auch hier kann zudem der jährliche Pauschbetrag von 102 Euro je Ehegatte geltend gemacht werden. Wichtig: Für die Abgabe der Steuererklärung ist jeder Rentner selbst verantwortlich – es sollte also immer geprüft werden, ob man über dem Grundfreibetrag liegt oder nicht.

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