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Der Strompreis: ein unkalkulierbares Ärgernis...

Der Strompreis: ein unkalkulierbares Ärgernis…

Die Strompreise sind für die meisten privaten Haushalte inzwischen ein Ärgernis, denn sie steigen unentwegt. So hat es zumindest den Anschein. Die Gründe dafür sind zahlreich und können immer wieder der Reihe nach aufgezählt werden. Besonders oft hört man einen Zusammenhang mit der EEG-Umlage. Über diese, nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz benannte Abgabe, die auf jede Stromrechnung aufgeschlagen wird, wird die Förderung des Ausbaus von Ökostrom bezahlt. Was ursprünglich dabei helfen sollte, die erneuerbaren Energien überhaupt auf dem Markt platzieren zu können, ist aber nicht zuletzt wegen der Energiewende inzwischen aus dem Ruder gelaufen.

EEG-Umlage belastet Stromrechnung

Wer eine Solaranlage aufs Dach baut, bekommt für jede ins Stromnetz eingespeiste Kilowattstunde Energie eine auf 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung. Bis vor kurzer Zeit überstieg diese Vergütung häufig die Strompreise an der Großhandelsbörse. Doch auch nach der Senkung der Solarförderung bleibt der Vertrauensschutz für bereits bestehende Anlagen. Der dadurch ausgelöste Solarboom hat zu der absurden Situation geführt, dass jeder Stromkunde quasi den Betrieb der Solaranlagen finanziert, obwohl deren Gesamtanteil an der Stromerzeugung eher gering ist. Bei Windkraftanlagen sieht es etwas anders aus, denn diese leisten bereits heute einen erheblichen Beitrag zur Stromversorgung und wurden schon von Beginn an mit einer geringeren Einspeisevergütung gefördert als die Photovoltaik.

Verdrehte Welt der Strompreise

Durch den Rückgang der Strompreise an der Großhandelsbörse könnte man nun eigentlich erwarten, dass die Verbraucher das an ihrer Stromrechnung spüren würden. Doch das Gegenteil ist der Fall. Denn die Erzeugerkosten der Stromkonzerne (zu denen auch Transportkosten und Instandhaltung zählen) liegen weiterhin hoch, während der günstige Ökostrom vorrangig ins Netz eingespeist wird. Verbraucher müssen aber die hohen Nebenkosten und staatlichen Abgaben tragen, die der Stromanbieter im Regelfall an die Kunden weitergibt. Besonders kritisiert werden zudem auch die zahlreichen Ausnahmen für Großverbraucher in der Industrie. Oberhalb eines bestimmten Stromverbrauchs können Unternehmen sich von Netzentgelten und EEG-Umlage teilweise oder sogar ganz befreien lassen – eine Option, die Privatkunden und auch viele mittelständische Unternehmen nicht haben.

Stromanbieter wechseln?

Für die Kunden stellt sich also die Frage, was sie tun können, um die Stromrechnung nachhaltig zu senken. Die Zahl der Kilowattstunden zu reduzieren, ist eine Möglichkeit. Doch wenn man erst einmal alle großen Stromfresser im Haushalt identifiziert und ausgetauscht hat, ist die Möglichkeit einer Reduzierung des Verbrauchs bereits abgehakt. Häufig steigt dann der Strompreis wieder an und man ist auf dem gleichen Kostenniveau wie zuvor. Ein Wechsel des Stromanbieters ist daher die beste Methode, um Geld zu sparen, wie die Verbraucherverbände immer wieder betonen. Allerdings gibt es dabei einiges zu beachten. So sollten keine Verträge mit längerer Laufzeit als 12 Monate abgeschlossen und vor allem keine Vorauskasse geleistet werden. Die Pleiten einiger Discount-Stromanbieter haben gezeigt, wie schnell die Kunden dann in die Röhre schauen, denn das Geld ist bei einer Insolvenz in der Regel weg. Normal ist allerdings ein monatlicher Abschlag beim Stromanbieter, der hohe Nachforderungen am Jahresende vermeiden soll. Angebote mit Bonuszahlungen kann man in Anspruch nehmen; hier ist aber ein Blick in die AGB unbedingt zu empfehlen, weil die Auszahlung manchmal an bestimmte Bedingungen gekoppelt ist. Auf gar keinen Fall sollte man einfach beim Grundversorger bleiben, da man hier die höchsten Strompreise zahlt. Wer dennoch den Anbieter nicht wechseln möchte, kann hier zumindest in einen günstigeren Tarif wechseln. Unter dem Strich lohnt sich das, denn gerade Erstwechsler haben häufig ein Einsparungspotenzial von einigen hundert Euro im ersten Jahr zu verzeichnen.

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