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Strompreise

Strompreise

Dass die EEG-Umlage in diesem Jahr wieder drastisch steigen würde, war abzusehen. Dabei hatte die Bundesregierung noch vor anderthalb Jahren erklärt, dass die EEG-Umlage künftig nicht mehr so stark steigen würde wie 2010 und möglicherweise in Zukunft sogar gesenkt werden könne. Fukushima und der Atomausstieg kamen dazwischen. Der jetzige Anstieg um fast 50% wird die Haushalte durchschnittlich mit rund 60 Euro zusätzlich im Jahr belasten, so viele Experten. Auf der anderen Seite sind die energieintensiven Industrien von der EEG-Umlage sogar befreit worden, damit sie international wettbewerbsfähig bleiben. Und die zusätzliche Befreiung von den Netzgebühren wird natürlich auch von den normalen Privathaushalten und kleinen Gewerbebetrieben bezahlt.

Altmaier wirkt hilflos

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) lehnt die von vielen Seiten erhobene Forderung nach einer finanziellen Entlastung einkommensschwacher Haushalte ab. Statt dessen, so der Minister, solle es bis 2020 eine kostenlose Energieberatung für jeden Haushalt geben. Durch das Sparen von Strom und die Anschaffung stromsparender Geräte könne man den hohen Strompreisen ein Schnippchen schlagen. In den Ohren von armen Rentnern klingt das wie Hohn. Schon jetzt können viele Haushalte ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen; von der Anschaffung neuer Geräte ganz zu Schweigen. Den Betroffenen bleibt derzeit nur, die Strompreise zu vergleichen und den Stromanbieter zu wechseln.

Experten fordern finanzielle Entlastung

Außerdem funktioniert das Einsparen von Energie in Haushalten in der Regel nur einmal. Ist der letzte Stromfresser abgeschaltet und die letzte Glühbirne ausrangiert, schlägt jede weitere Strompreiserhöhung zu Buche, ob man will oder nicht. Experten kritisieren daher den Minister und machen Vorschläge, wie man die Kosten senken könnte. So schlägt Greenpeace beispielsweise vor, die Ausnahmeregelungen für Unternehmen auf solche zu beschränken, die tatsächlich im internationalen Wettbewerb stehen. Bislang zählt nur die Höhe des Stromverbrauchs, unabhängig davon, ob die Firma tatsächlich international tätig ist. Außerdem sollte der Strom aus regenerativen Energiequellen steuerlich begünstigt werden, wodurch die EEG-Umlage letztlich sogar sinken könnte, ohne die Energiewende zu bremsen. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht einen Ansatz in der Reduzierung der Stromsteuer. Würde man einen Freibetrag von 1000 Kilowattstunden im Jahr einführen, könnten einkommensschwache Haushalte von der Steuerersparnis profitieren, hätten aber gleichzeitig einen starken Anreiz zum Stromsparen, so der Vorschlag des DIW.

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