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Strompreise steigen schon wieder

Viele Haushalte haben die Strompreiserhöhung vom vergangenen Jahr noch nicht verdaut, da droht schon wieder die nächste. Es war abzusehen, dass die Stromanbieter ihre Tarife wieder anpassen würde, nachdem die EEG-Umlage erneut angestiegen ist. Sie wird jedes Jahr im Herbst für das kommende Jahr festgelegt. Mit ihr bezahlt im Prinzip jeder Stromkunde den Ausbau der erneuerbaren Energien, denn mit der Umlage wird deren Förderung finanziert.

Mehrkosten von 100 Euro

Allerdings wären die Stromanbieter gar nicht dazu gezwungen, die höhere EEG-Umlage tatsächlich auf die Stromkunden umzulegen, denn sie könnten theoretisch die Differenz selbst tragen. Dass das in der Regel nicht geschieht, ist aber eine Binsenweisheit. Immerhin haben einige größere Stromanbieter nach Bekanntgabe der neuen EEG-Umlage für 2014 angekündigt, ihre Preise zunächst nicht anzuheben und zumindest bis zum Frühjahr stabil zu halten. Diejenigen, die ihre Tarife pünktlich zum Jahreswechsel anheben, müssen dies bis Mitte November ankündigen, da eine Vorlaufzeit von sechs Wochen gesetzlich vorgeschrieben ist. Und tatsächlich haben bereits 152 Stromanbieter angekündigt, ihre Stromtarife „anzupassen“. Für einen durchschnittlichen Familienhaushalt in Deutschland bedeutet dies bei einem angenommenen Verbrauch von rund 4000 Kilowattstunden pro Jahr voraussichtliche Mehrkosten von etwa 100 Euro für die kommenden zwölf Monate.

Wechselbereitschaft könnte größer sein

Ganz wehrlos sind die Kunden allerdings nicht. Vorwerfen kann man ihnen sogar eine mangelnde Wechselbereitschaft. Viele Verbraucherschützer und auch die Bundesnetzagentur weisen immer wieder darauf hin, dass bislang noch immer etwa die Hälfte der Stromkunden überhaupt noch nie ihren Versorger gewechselt hat – und sich somit fast immer in der viel zu teuren Grundversorgung des örtlichen Anbieters befindet. Schon ein Wechsel innerhalb des Angebots dieses Anbieters in einen günstigeren Tarif würde sich spürbar auszahlen. Das käme zumindest für alle die Kunden infrage, die einen Wechsel des Stromanbieters bislang ablehnen, weil sie Probleme befürchten.

Wechsel ohne Probleme möglich?

Probleme sind aber leicht zu vermeiden. Wer den Stromanbieter wechseln will, sollte sich über eines der zahlreichen unabhängigen Stromportale informieren und dort vergleichen (und nicht etwa auf der Seite des eigenen Stromanbieters). Hierbei ist darauf zu achten, dass die Optionen richtig eingestellt sind. So sollte man auf Tarife mit Vorkasse grundsätzlich verzichten, weil im Falle der Insolvenz das bereits gezahlte Geld im Zweifel weg ist. Auch Bonusversprechen sollten nur mit Vorsicht genossen werden und im Rahmen der Vertragsbedingungen gesehen werden. Zu guter Letzt sollte die Vertragslaufzeit nicht mehr als ein Jahr betragen. Je kürzer die Laufzeit, desto flexibler kann der Kunde reagieren. Übrigens: Wer eine Mitteilung über eine Strompreiserhöhung bekommt, braucht sich nicht um Vertragslaufzeiten zu kümmern, sondern kann innerhalb eines Monats von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.

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