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Überraschendes Ost-West-Gefälle bei den Renten

Überraschendes Ost-West-Gefälle bei den Renten

Seit der Vollendung der Einheit im Jahre 1990 gab es immer wieder Streit um die Angleichung der Löhne und Renten zwischen West und Ost. Dabei galt es, sowohl die Lebensleistung der Arbeitnehmer im Osten als auch die mangelnde Wirtschaftskraft der ehemaligen DDR in die Berechnungen einzubeziehen. Kein einfacher Balanceakt, denn häufig empfanden die ehemaligen DDR-Bürger ihre Gehälter und Renten als zu gering im Vergleich zu ihrer Arbeitsleistung in der Vergangenheit sowie den gestiegenen Preisen nach der Wiedervereinigung.

Längere Beitragszeiten machen den Unterschied

Überraschend erscheint daher etwas, das auf den zweiten Blick eigentlich einleuchtet. Es ist bekannt, dass in der DDR offiziell keine Arbeitslosen existierten. Dass viele Betriebe enormen Leerlauf hatten und dadurch die Arbeitslosigkeit nur kaschiert wurde, ist die Kehrseite der Medaille. Bei der Berechnung von Renten gilt jedoch bundeseinheitlich die Berücksichtigung der Beitragsjahre. Wer länger gearbeitet hat, erhält am Ende auch mehr Rente. Da es Unterbrechungen im Verlauf eines Arbeitslebens in der DDR so gut wie nicht gab, führt dies inzwischen dazu, dass bei den Renten der Osten häufig die Nase vorn hat. Dies gilt besonders für Ost-Berlin, der ehemaligen Hauptstadt der DDR, in der Vollbeschäftigung ohnehin ein Muss war.

Gefälle bei Rentnerinnen besonders groß

Im Gegensatz dazu haben die Rentner in einigen westlichen Bundesländern zum Teil sogar deutlich weniger in der Tasche. Berechnungen der Rentenversicherungen zeigen, dass die Rentner im Westen im Gesamtdurchschnitt nicht mehr ausgezahlt bekommen als die im Osten. Besonders prägnant ist der Unterschied jedoch bei den Frauen. Da in der DDR der weibliche Teil der Bevölkerung fast immer auch werktätig war und Kinder schon früh in Ganztagesbetreuung abgegeben werden konnten, sind die Unterschiede zwischen Mann und Frau hier deutlich geringer als im Westen. Im direkten Vergleich West und Ost schneiden die Frauen in den neuen Ländern sogar deutlich besser ab: Während die Durchschnittsrente in Ost-Berlin bei 1.051 Euro (West-Berlin: 861 Euro) liegt, kommen Rentnerinnen in Rheinland-Pfalz und im Saarland durchschnittlich nicht einmal auf 700 Euro im Monat.

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