0

Von einer Überschuldung spricht man, wenn ein Schuldner nicht mehr in der Lage ist, seinen

Überschuldung in Deutschland nimmt weiterhin zu

Überschuldung in Deutschland nimmt weiterhin zu

in absehbarer Zeit nachzukommen. Jedes Jahr wird darüber der sogenannte Schuldneratlas erstellt, der aufzeigt, welche Personen- und Altersgruppen an welchen Wohnorten besonders häufig vom Problem der Überschuldung betroffen sind. Aktuell sind rund 6,7 Millionen volljährige Deutsche nicht mehr in der Lage, ihre Schulden zurückzuzahlen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg von etwa 44.000 Bürgern – und das, obwohl die Arbeitslosenzahlen sinken und die Löhne gestiegen sind. Das Scoring-Unternehmen Creditreform hat ermittelt, dass die Quote von überschuldeten Bürgern im Vergleich zur Gesamtbevölkerung fast zehn Prozent beträgt (bezogen auf alle Einwohner über 18 Jahre).

Ältere Menschen viel häufiger betroffen als früher

Vor allem ältere Menschen sind immer öfter vom Problem der Überschuldung betroffen. Allein im Zeitraum zwischen 2013 und 2015 ist der Anteil der betroffenen älteren Mitbürger um über 35 Prozent gestiegen, was in etwa 150.000 Personen entspricht. In der Gruppe im Lebensalter zwischen 60 und 69 Jahren beträgt der Zuwachs immerhin noch 12,4 Prozent, so die Angaben von Creditreform. Ältere Menschen verlieren häufig den Überblick über ihre Finanzen. Dies gilt besonders für Rentner mit sehr kleinen Einkommen, von denen es immer mehr gibt. Das Führen eines Haushaltsbuchs kann dabei helfen, Finanzlöcher aufzuspüren und gegebenenfalls besser zu planen. Häufig können auch sinnlose Verträge gekündigt werden, die unnötig Geld kosten, wie etwa Zeitschriften-Abonnements. Aber auch im Alltag können Rentner oft sparen, ohne es zu wissen. Gerade diese Personengruppe gehört nämlich fast überall zu den treuen „Bestandskunden“. Sie glauben, gerade durch ihre Treue einen besonders guten Stand bei den Unternehmen zu haben. Das ist jedoch nicht richtig. Vielmehr werden Neukunden allerorten besser behandelt als Bestandskunden. Dies gilt zum Beispiel für Telefondienstleister, aber auch für Strom- und Gasanbieter. Gerade dort kann ein Wechsel erhebliche Summen einsparen. Da aber viele ältere Menschen kein Internet haben oder sich unsicher sind, verzichten sie meist auf dieses Sparpotenzial. Dabei kann es im Jahr durchaus einige hundert Euro ausmachen, zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.

Wenn Sparen nicht mehr hilft

Aber nicht immer und überall lässt sich eine Überschuldung durch Sparmaßnahmen in den Griff bekommen. Wo nicht genug vorhanden ist, hilft auch das Einsparen irgendwann nicht mehr weiter. Denn leben muss man ja auch noch. Verbraucherschützer empfehlen daher, beim Eintreten einer Überschuldung schon frühzeitig den Rat von amtlich anerkannten Schuldnerberatungsstellen zu suchen. Sie können häufig die Probleme identifizieren und bei der Bewältigung helfen. Oft kann auch der Weg in die Privatinsolvenz der richtige sein, der jedoch nicht in Eigenregie sondern mit Hilfe eines kompetenten Schuldnerberaters beschritten werden sollte. Hierbei sollte man darauf achten, nicht noch mehr Geld zu verlieren, denn es gibt auch unseriöse Angebote. Gute Schuldnerberatungsstellen gibt es bei den Kommunen, Verbraucherzentralen und gemeinnützigen Organisationen.

Kommentare sind deaktiviert.