Privathaftpflichtversicherung

Einmal kurz nicht aufgepasst, und schon ist es passiert: die Brille der Oma zerbrochen, das Auto des Nachbarn mit dem Schirm touchiert, beim Skifahren einen Miturlauber umgefahren. Niemand ist davor gefeit, dass ihm im Alltag Missgeschicke unterlaufen.Fügt man dabei einem anderen einen Schaden an Leib, Seele oder Eigentum zu, haftet man nach deutschem Recht mit seinem gesamten Privatvermögen. Und zahlt womöglich ein Leben lang, auch wenn der Schaden aus Unachtsamkeit, Vergesslichkeit oder Nichtwissen entstanden ist, sobald der Geschädigte Schadenersatzansprüche geltend macht. Davor kann eine Privathaftpflichtversicherung schützen. Sie gehört daher – obwohl sie eine freiwillige Versicherung ist – zu denjenigen Versicherungen, die jeder abschließen sollte, um sich nicht unfreiwillig in den finanziellen Ruin zu treiben. Obwohl die Privathaftpflichtversicherung die am zweithäufigsten abgeschlossene Versicherung in Deutschland ist, haben nur etwa zwei Drittel aller deutschen Haushalte eine Privathaftpflichtversicherung.

Für welche Schäden kommt die Privathaftpflichtversicherung auf?

Mit einer Privathaftpflichtversicherung sind Sie bei einem vergleichsweise niedrigen Versicherungsbeitrag zwischen 50 und 180 Euro pro Jahr gegen Sach-, Personen- und Vermögensschäden, die Sie im privaten Bereich verursachen, üblicherweise durch eine Versicherungssumme von bis zu mehreren Millionen Euro abgesichert.

Sachschäden

Als Sachschaden zählt außer der kaputten Brille oder der zerkratzten Autotür zum Beispiel auch, wenn Sie eine Überschwemmung in Ihrer gemieteten Privatwohnung anrichten oder beim Besuch einer Kunstausstellung eine wertvolle Vase beschädigen. Die Privathaftpflichtversicherung kommt für den Schaden bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme auf.

Personenschäden

Außer Sachschäden sind auch Personenschäden in ausreichender Höhe abgedeckt.
Die Versicherungssumme sollte mindestens 3 Millionen Euro betragen. Denn wenn es das Unglück will, fallen für den Verursacher infolge der Verletzung einer Person außer den Behandlungskosten auch Schmerzensgeld und evtl. Pflegekosten an. Im schlimmsten Fall kann der Geschädigte sogar erwerbsunfähig werden. Eine gute Privathaftpflichtversicherung bietet eine Versicherungssumme in Höhe von 10 Millionen Euro schon ab 55 Euro im Jahr.

Macht ein Geschädigter Schadensersatzansprüche geltend, die ungerechtfertigt sind, kommt die Privathaftpflichtversicherung sogar für die Kosten eines Rechtsstreits auf.

Wer ist in der Privathaftpflichtversicherung versichert?

Eingeschlossen in den Schutz der Privathaftpflichtversicherung sind neben dem Versicherungsnehmer – außer bei speziellen Single-Tarifen – auch Ehegatten, Lebenspartner und Kinder. Auch volljährige Kinder, die sich in Ausbildung, Studium oder Zivildienst befinden, sind mitversichert.

Tipps und Hinweise, die sich rechnen:

Klar, mit einer Privathaftpflichtversicherung lassen sich in erster Linie dadurch Kosten vermeiden, dass man im Schadensfall eine hat. Aber auch darüber hinaus lassen sich die jährlichen Ausgaben vielleicht noch um ein paar Euro reduzieren.

Falls Ihre Police schon älter ist: Schauen Sie einmal nach, bis zu welcher Schadenhöhe Ihre derzeitige Privathaftpflichtversicherung gilt. Für das gleiche Geld oder nur ein paar Euro mehr ist man in der Regel höher versichert und erhält oft umfassendere Leistungen, wenn man auf ein neueres Produkt umsteigt.

Versichern Sie sich mit Ihrem Lebenspartner über eine Versicherung, wenn Sie einen gemeinsamen Haushalt haben oder zusammenziehen, und kündigen Sie die überflüssige zweite Privathaftpflichtversicherung.

Für junge Leute: Bevor Sie eine eigene Privathaftpflichtversicherung abschließen, prüfen Sie, inwieweit Sie noch über Ihre Eltern mitversichert sind. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie sich noch in der Ausbildung oder im Studium befinden.

Wer ein Haustier besitzt oder sich eines anschaffen möchte, sollte zusätzlich eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abschließen. Dabei ist zu beachten, dass Kleintiere wie zum Beispiel eine Hauskatze oder auch ein Hamster in einer bestehenden Privathaftpflichtversicherung mitversichert sind. Für einen Hund muss dagegen eine separate Tierhalterhaftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

Wenn Sie eine Privathaftpflichtversicherung abschließen: Vergleichen Sie nicht nur die Preise, sondern auch die Leistungen. Abhängig von Ihrer persönlichen oder beruflichen Situation sollte ein bestimmter Versicherungsumfang in Ihrer Privathaftpflichtversicherung enthalten sein, zum Beispiel eine Diensthaftpflicht-versicherung für den Fall, dass Sie im öffentlichen Dienst tätig sind.