PKV-Basistarif

Im Zuge der Umsetzung der Gesundheitsreform ist die Krankenversicherung seit dem 1. Januar 2009 in Deutschland Pflicht. Das bedeutet für die privaten Krankenversicherungen: Sie müssen alle Menschen aufnehmen, die bislang keinen Krankenversicherungsschutz hatten und nicht der gesetzlichen Krankenversicherung zuzuordnen sind. Hierzu bieten die privaten Krankenversicherungen nun anstelle des bisherigen modifizierten Standardtarifs den sogenannten Basistarif an. Sein Leistungsumfang muss dem der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen. Dabei darf der PKV-Basistarif nicht mehr kosten als der Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung.Das hört sich auf den ersten Blick gut an, bei genauerem Hinsehen stellt sich jedoch heraus, dass nur wenige vom neuen PKV-Basistarif profitieren können.

Was kostet der PKV-Basistarif?

Zunächst einmal ist der PKV-Basistarif recht teuer. Zugrundegelegt werden hier für Erwachsene ab 21 Jahre 15,5 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 3.675 Euro monatlich. Dass der Beitrag auch niedriger sein darf, lassen die PKVs bisher außer Acht, so dass der PKV-Basistarif bei allen privaten Krankenversicherungen derzeit knapp 570 Euro pro Monat kostet. Familienmitglieder sind im PKV-Basistarif nicht eingeschlossen, sondern müssen extra versichert werden. Der monatliche Beitrag beträgt für Kinder bis 15 Jahre rund 226 Euro, junge Frauen zwischen 16 und 20 zahlen ca. 275 Euro, junge Männer gleichen Alters ca. 246 Euro pro Monat.

Bei Beihilfeberechtigten reduziert sich der selbst zu zahlende Anteil des PKV-Basistarifs um 50, 70 oder 80 Prozent, je nachdem, wie viel Beihilfe sie erhalten.

Wer im PKV-Basistarif versichert ist und nach Abzug des Beitrags von 570 Euro finanziell hilfebedürftig würde, braucht nur die Hälfte zu zahlen. Fällt er danach immer noch unter die Hilfebedürftigkeitsgrenze, übernehmen die Bundesagentur für Arbeit bzw. die Sozialämter die Beitragsdifferenz bis zu dieser Grenze.

PKV-Basistarif – Gesundheitsprüfung hat keine Auswirkung

Bei der Aufnahme eines Versicherten in den Basistarif spielen nur Eintrittsalter und Geschlecht eine Rolle, nicht aber der Gesundheitszustand. Er wird von den privaten Krankenversicherungen zwar weiterhin geprüft für den Fall, dass der Versicherte den Tarif später wechseln will, im PKV-Basistarif dürfen aber keine Risikozuschläge erhoben oder Leistungen ausgeschlossen werden.

Unterschiede zur gesetzlichen Krankenversicherung

Es gibt beim PKV-Basistarif keine Versicherungskarte, über die der Arzt direkt mit der Versicherung abrechnet. Vielmehr bezahlt der Patient selbst die Arztrechnung, die Summe wird ihm anschließend von der PKV erstattet – abzüglich der Praxisgebühr und der Zuzahlungen für Medikamente. Diese behält die PKV ein.

Wer kann wann in den PKV-Basistarif wechseln?

Den PKV-Basistarif einer beliebigen Versicherung kann in Anspruch nehmen, wer
– sich neu versichert und für den die gesetzliche Krankenversicherung nicht zuständig ist.
– sich nach dem 1.1.2009 privat versichert hat.
– bereits vor dem 1.1.2009 privat krankenversichert war und bis zum 30. Juni 2009 wechselt.
– jetzt schon freiwillig gesetzlich versichert ist und den Antrag bis zum 30. Juni 2009 stellt. Wer künftig die Voraussetzung zur Befreiung von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht erfüllt, kann dies innerhalb von sechs Monaten tun.

Innerhalb derselben Versicherung können von ihrem bisherigen Tarif in den PKV-Basistarif wechseln:
– Versicherte, die vor dem 1.1.2009 versichert waren, bis zum 30.6.2009.
– Versicherte, die vor dem 1.1.2009 versichert waren, wenn sie mindestens 55 Jahre, Rentner, Pensionär oder finanziell hilfebedürftig sind, ohne zeitliche Befristung. Dies gilt auch für Versicherte, die bisher im Standardtarif für Rentner versichert sind.

Für wen kann sich der PKV-Basistarif lohnen …

– Wenn Sie bereits privat versichert sind und die PKV wechseln möchten, um in eine Versicherung mit einem günstigeren Tarif zu gelangen, ohne Ihre bisherigen Altersrückstellungen ganz zu verlieren: Bis zum 30.6.2009 in den Basistarif der gewünschten PKV wechseln, dort 18 Monate bleiben und auf den gewünschten Tarif „upgraden“.

– Beihilfeberechtigte, die bisher nicht anderweitig krankenversichert waren und aufgrund einer Krankheit hohe Zuzahlungen haben, fahren mit dem PKV-Basistarif möglicherweise besser.

– Für Menschen mit schweren oder chronischen Erkrankungen, die nicht unter den GKV-Schutz fallen: Private Krankenversicherungen müssen Sie zum Basistarif aufnehmen, Leistungsausschlüsse und Risikozuschläge sind nicht erlaubt.

… und für wen nicht?

– Wenn Sie freiwillig gesetzlich versichert sind, bleiben Sie da. Mehr zahlen Sie in der GKV auch nicht, überdies sind Ehepartner und Kinder ohne eigenes Einkommen mitversichert. Und die Leistungen unterscheiden sich nicht.

– Wenn Sie im Standardtarif für Rentner einer PKV sind: Bleiben Sie da. Der Leistungsumfang ist auf jeden Fall größer als im PKV-Basistarif, und die Beiträge unterscheiden sich kaum.