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Viele Steuerzahler verzichten auf Geld vom Finanzamt

Wenn der Steuerbescheid kommt, akzeptieren viele Bürger diesen einfach, ohne ihn genauer zu prüfen. Dabei kann natürlich auch das Finanzamt Fehler machen, die sich zu Ungunsten des Steuerzahlers auswirken. So werden nicht selten Belege vom Finanzbeamten vergessen. Auch Zahlendreher sorgen bei vielen Steuerbescheiden für falsche Berechnungen. Aber selbst dann, wenn alle Belege scheinbar ordnungsgemäß berücksichtigt wurden, können sich andere Fehler eingeschlichen haben. Natürlich kann es auch sein, dass man als Steuerzahler einfach nicht mit der Entscheidung des Finanzamts einverstanden ist. Gibt es dann ähnliche Fälle, die bereits vor Gericht gelandet sind, kann man sich an diese Verfahren dranhängen und den Widerspruch darauf verweisen. Verzichtet man darauf, kann der Steuerbescheid bereits wirksam werden und wird selbst bei einer anders lautenden Gerichtsentscheidung später nicht mehr geändert.

Frist einhalten

Überhaupt sind die Fristen peinlich genau einzuhalten, denn davon hängt der erfolgreiche Einspruch zum größten Teil ab. Die Zahlen sprechen für sich. Im Jahr 2010 haben die Finanzämter in Deutschland insgesamt über 3,7 Millionen Einsprüche entscheiden müssen. Etwa zwei Drittel wurden eindeutig zu Gunsten des Bürgers korrigiert. Und selbst, wenn nicht dem kompletten Widerspruch stattgegeben wird, gibt es oft genug noch zumindest einen Teilerfolg für den Bürger. Lediglich rund ein Zehntel der Einsprüche werden im vollen Umfang zurückgewiesen. Es kann sich also sehr lohnen, den Steuerbescheid zu überprüfen. Übrigens müssen die Finanzämter ihre Entscheidungen auch ausreichend begründen. Sind also beispielsweise Belege zu Unrecht nicht anerkannt worden oder Angaben in der Steuererklärung nicht richtig übernommen worden, sollte dies nicht einfach akzeptiert werden.

Einspruch richtig einlegen

Der Einspruch kann auf verschiedene Weise eingelegt werden. Widerspruch per Post und Fax sind ebenso akzeptiert wie (in den meisten Fällen) inzwischen auch per E-Mail. Dabei läuft die Frist ab dem dritten Tag nach Postaufgabe des Steuerbescheides. Eine Begründung für den Einspruch kann übrigens nachgereicht werden; wichtig ist in erster Linie, dass man ihn überhaupt einlegt, was im Übrigen auch mündlich gegenüber einem Finanzbeamten erfolgen kann. Sollte eine Fristüberschreitung nicht vom Steuerzahler zu verantworten sein, kann in der Regel die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragt werden. Solche Umstände sind beispielsweise Krankheit oder Urlaub und werden von den meisten Finanzämtern auch akzeptiert. Nicht darunter fällt etwa eine reine Überlastung des Steuerzahlers, der aus Zeitgründen nicht zur Prüfung des Bescheids gekommen ist. Falls die Entscheidung über den Widerspruch zum Nachteil des Steuerzahlers ausfallen sollte, muss das Finanzamt das vorher mitteilen. Dann kann der Einspruch notfalls noch zurückgezogen werden.

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