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Wenn am Ende des Geldes noch Leben übrig ist

Wenn am Ende des Geldes noch Leben übrig ist

Jeder kennt den oft bemühten Spruch vom vorzeitigen Ende des Geldes, obwohl noch viel vom Monat übrig ist. Im größeren Maßstab trifft dies auch auf die Altersvorsorge vieler Deutscher zu. Während man in den 50er Jahren bei Auszahlung der Lebensversicherung eine „Restlaufzeit“ des Rentners von maximal zehn Jahren angesetzt hat, ist dies durch die gestiegene Lebenserwartung heute nicht mehr aktuell. Da muss das Geld dann schon mal fünfzehn, zwanzig oder sogar dreißig Jahre reichen. Klar, das selbst große Summen schnell wegschmelzen können. Wer sein ausgezahltes Geld nicht weiter anlegt, muss wissen, dass ein Betrag von ca. 100.000 Euro je nach monatlicher „Auszahlungssumme“ binnen weniger Jahre aufgebraucht ist. Bei einem monatlichen Taschengeld von 1500 Euro aus diesem Gesamtbetrag würde man gerade einmal sechs Jahre damit auskommen.

Niedrige Zinsen vermiesen die Ernte

Das Problem ist, dass die Geldanlagen heute extrem niedrig verzinst werden. Vier Prozent sind bei klassischen Anlagen kaum noch zu erreichen, selbst zwei Prozent gelten schon als „großzügig“. Und doch würde eine vierprozentige Verzinsung der Gesamtsumme lediglich für eine Streckung von weiteren sechs Monaten Lebenszeit reichen. Natürlich kann man sich auch weniger Geld auszahlen, wenn man entsprechende sonstige Einkünfte hat oder beispielsweise mietfrei im eigenen Haus wohnt. Doch letztlich wird sich das Geld nicht weiter vermehren, wenn man es nicht irgendwie neu anlegt. Aber was bietet sich dabei an? Gerade im hohen Lebensalter ist von neuen Versicherungen abzuraten. Diese werden als Rentenversicherungen mit sofortiger Auszahlung eines bestimmten Betrags beworben, doch im Todesfall ist das Geld in den meisten Fällen verloren, weil eine Auszahlung an Erben in den wenigsten Verträgen vorgesehen ist. Wer keine Erben hat, braucht sich darum nicht zu kümmern, doch der Gedanke, einer Versicherung einen Großteil des angelegten Vermögens gegebenenfalls zu schenken, gefällt vielen verständlicherweise nicht.

Aktien bei guter Risikostreuung empfehlenswert

Da klassische Anlagen derzeit zu wenig Rendite bringen, empfehlen Finanzexperten auch älteren Menschen, in Aktien zu investieren. Dabei fühlen sich viele Rentner unwohl, vor allem, wenn sie noch nie mit Aktien zu tun hatten. Doch man kann das Risiko minimieren. Wichtig ist, das Risiko zu streuen, also nicht auf einzelne Aktien zu setzen, sondern auf bestimmte Aktienfonds, die entsprechende Risikostreuung beinhalten. Auch das Setzen auf die Entwicklung das DAX kann beispielsweise erfolgversprechend sein. Wichtig ist, die Ruhe zu behalten und sich nicht von kurzfristigen Aktiensprüngen verrückt machen zu lassen. Gut gestreute Depots erwirtschaften fast immer einen langfristigen Gewinn, der sich sehen lassen kann. Daher sollte man nicht jeden Tag die Kurse kontrollieren, sondern die langfristige Entwicklung betrachten. Damit man aber auch einen Notgroschen für Notfälle hat (z.B. durch einen plötzlichen Pflegefall), sollten die Anlagen so gestreut sein, dass man im Zweifel auch rasch über die Beträge (oder zumindest einen Teil) verfügen kann.

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