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Schiffsfonds für Anleger attraktiv?

Während Aktien und andere Anlageformen wie Immobilien in den vergangenen Jahren die Märkte eher durcheinander gebracht haben, suchen viele Anleger nach Alternativen für eine lukrative Geldanlage. Ein geschlossener Fonds ist dabei zwar meist eine gewinnbringende Investition, birgt aber auch zum Teil extreme Verlustrisiken. Immer öfter werden daher in letzter Zeit auch die sogenannten Schiffsfonds ins Spiel gebracht, die eine besondere Form des geschlossenen Fonds darstellen. Grundsätzlich versteht man darunter eine Gesellschaft, die zumeist die „GmbH & Co. KG“ als Rechtsform hat. Es gibt auch andere Rechtsformen, auf die an dieser Stelle aber nicht weiter eingegangen werden soll. Um einen Schiffsfond zu gründen, gibt die Gesellschaft Fondsanteile aus und generiert so Kapital von den Anlegern. Diese sogenannte Platzierungsphase dauert für gewöhnlich zwischen drei und sechs Monaten. Erst, wenn das geplante Mindestkapital generiert werden konnte, kann der wichtigste Schritt folgen – nämlich der Kauf eines geeigneten Schiffes.

Echtes Steuersparmodell

Welche Art von Schiff für den Fonds erworben wird, hängt von den Zielen der Kapitalgesellschaft ab. So kann sowohl ein Frachtschiff als auch ein Passagierschiff als geeignetes Objekt für den Schiffsfond dienen. In Form eines Leasingvertrages vermietet der Fonds dann das Schiff je nach seiner Eignung an andere Unternehmen, für gewöhnlich an eine Reederei. Diese stellt das Schiff dann in ihren Dienst und betreibt es je nach Einsatzzweck für die Dauer des Leasingvertrages. Einnahmen erhält der Fonds demnach über die Mietzahlungen, die für das Schiff anfallen. Zu den großen Vorteilen eines geschlossenen Schiffsfonds gehört vor allem der erhebliche Steuervorteil gegenüber vielen anderen Anlageformen. In Fachkreisen zählen sie zu den wenigen noch vorhandenen echten Steuersparmodellen, denn im Durchschnitt fallen für die Anleger lediglich Abgaben in einer Größenordnung von drei Prozent an, mit denen die erzielten Erträge versteuert werden müssen. Dies liegt an der speziellen Gewinnermittlungsmethode, die als Tonnagesteuer bezeichnet wird.

Gute Renditechancen, aber auch hohes Risiko

Schiffsfonds sind auch deswegen als relativ sichere geschlossene Fonds zu bezeichnen, weil die Leasingverträge mit den Reedereien in der Regel längerfristig laufen und somit die zu erwartenden Einnahmen recht gut zu berechnen sind. Abgesehen davon besitzt der Fond mit dem Schiff als solches auch immer einen soliden Gegenwert, mit dem die Geldanlage abgesichert wird. Dennoch gehen Anleger auch ein gewisses Risiko ein, denn ein Totalverlust muss bei Schiffen ebenfalls immer mit einkalkuliert werden, wie nicht nur die aktuelle Havarie eines Passagierschiffs vor der italienischen Küste beweist. Auch Kriegsereignisse wie Minen oder das immer weiter verbreitete Problem der Piraterie können eine solche Investition im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch aufgehen lassen.

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