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Zinsen für Baukredite gestiegen – Anleger schauen in die Röhre

Zinsen für Baukredite gestiegen – Anleger schauen in die Röhre

Die Banken spielen einmal wieder das nette Spiel, Kreditzinsen zu erhöhen, während sie die Anlagezinsen mit der Begründung der historischen Tiefstände für Zinsen weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau halten oder gar auf null reduzieren. Selbst „negative“ Zinsen für Sparer sind inzwischen im Gespräch. Dennoch: Auch mit der aktuellen Anhebung bei vielen Baukrediten bleibt das Bauen im Vergleich zu früheren Jahren günstiger, wenn man eine clevere Finanzierung auf die Beine stellt. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass auch kleine Zinserhöhungen in der Summe große Wirkung haben können. Ein halbes Prozent im Jahr macht bei 150.000 Euro Kreditsumme immerhin rund 6000 Euro nach zehn Jahren Laufzeit aus. Geld, das man besser verwenden kann.

Genaue Finanzplanung ist wichtig

Begründet werden die Zinsanhebungen mit der Unruhe an den Kapitalmärkten, wo die Zinsen ebenfalls nach oben gegangen sind. Waren die Zinsen für zehnjährige Bundesanleihen noch vor kurzer Zeit bei lediglich 0,1 Prozent, sind es jetzt bereits über 0,7 Prozent. Da die Banken steigende Kosten bei langfristigen Krediten befürchten, schrauben sie die Zinsen ihrerseits nach oben. Für den künftigen Bauherren oder Käufer einer Immobilie bedeutet dies, Kreditangebote sehr genau zu vergleichen. Es sollte immer in ein ausgefeiltes Finanzierungskonzept passen. Darin sollte man beispielsweise aufführen, welches Eigenkapital zur Verfügung steht, welche Fördermöglichkeiten (etwa von der KfW) infrage kommen und wie hoch die monatliche Belastung maximal sein sollte. Danach lässt sich am besten beurteilen, wie teuer das Haus letztlich werden darf. Anschließend muss eine Immobilie gefunden werden, die in dieses Schema passt. Häufig vergessen werden dabei Kosten für Abwicklung (z.B. Notar und Maklercourtage) und die Grunderwerbssteuern. Zumindest mit den Maklern kann man manchmal verhandeln. Und das sollte man bei den Beträgen, um die es geht, auch auf jeden Fall tun.

Angebote vergleichen und hart verhandeln

Sowohl Banken als auch spezielle Baufinanzierungsportale bieten konkrete Angebotserstellungen für die Kunden an. Dies sollte man nutzen, denn so lassen sich die Angebote am besten vergleichen. Außerdem dienen sie als Verhandlungsgrundlage. Scheuen Sie sich nicht, hart mit der Bank zu verhandeln. Übrigens sollte man auch vom 14-tägigen Kündigungsrecht Gebrauch machen, falls direkt nach Abschluss des Vertrages noch ein besseres Angebot kommt oder die Zinsen fallen. Das mag frech wirken, ist aber das gute Recht des Kunden. Das gilt selbst dann, wenn man anschließend den neuen Vertrag beim selben Anbieter schließt. Insgesamt bleibt das Bauen und Kaufen von Immobilien aufgrund des niedrigen Zinsniveaus noch relativ günstig. Deswegen kann es auch Sinn machen, dass man sich bei einem bestehenden Vertrag, der in den kommenden Jahren ausläuft, über ein sogenanntes Forward-Darlehen bereits jetzt eine günstige Anschlussfinanzierung zu den aktuell niedrigen Zinsen sichert. Natürlich können sie theoretisch noch weiter sinken, doch die Gefahr, dass sie wieder steigen, ist sicherlich größer.

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