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Zusatzbeitrag für gesetzlich Krankenversicherte wird flächendeckend eingeführt

2010 wird sich das Defizit im Gesundheitsfonds insgesamt auf rund 4 Milliarden Euro belaufen. Dies hat der Schätzerkreis der gesetzlichen Krankenversicherungen ermittelt. Um das Defizit auszugleichen, wurde die Erhebung eines zusätzlichen Beitrags bereits länger diskutiert und im letzten Jahr auch schon bei der Gemeinsamen Betriebskrankenkasse Köln eingeführt. Nun wird er auch bei der ersten gesetzlichen Krankenversicherung Realität: Die DAK erhebt pro Versichertem ab Februar 8 Euro Zusatzbeitrag im Monat. Diese 8 Euro sind zu 100 Prozent von den Versicherten aufzubringen, die Arbeitgeber bleiben verschont. Fast alle gesetzlichen Kassen werden noch in diesem Jahr nachziehen, der Rest wird wohl im Jahr 2011 folgen. Daher bringt es erst mal nichts, nur wegen des höheren Beitrags die Mitgliedschaft zu kündigen, erst recht nicht, wenn man mit den Leistungen seiner Kasse zufrieden ist. Wenn Sie allerdings ohnehin vorhatten, zu einer anderen Versicherung zu wechseln, können Sie die verkürzte Sonderkündigungsfrist von nur einem statt normalerweise drei Monaten nutzen, die aufgrund der Beitragserhöhung greift. Bedingungen sind allerdings, dass Sie bereits mindestens 18 Monate bei der jetzigen Versicherungen Mitglied sind und keinen Wahltarif abgeschlossen haben, der Sie für drei Jahre an die Versicherung bindet.

Ausgenommen vom Zusatzbeitrag sind mitversicherte Familienmitglieder sowie Bezieher von Elterngeld. Für Bezieher von Arbeitslosengeld I und II übernimmt auf Antrag die Bundesagentur für Arbeit den Beitrag.

Bleibt zu hoffen, dass es vorerst „nur“ bei den 8 Euro bleibt, die die gesetzlichen Krankenversicherungen pauschal, das heißt einkommensunabhängig, von ihren Versicherten verlangen dürfen. Und dass die Kassen, aber auch das Bundesgesundheitsministerium überzeugende Sparkonzepte vorlegen, wie Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner fordert. Denn prinzipiell dürfen die gesetzlichen Krankenversicherungen bis zu einem Prozent des Jahresbruttogehaltes zusätzlich monatlich zu Lasten der Versicherten bis maximal zur Beitragsbemessungsgrenze von 45.000 Euro (im Jahr 2010) umlegen, was einer maximalen Beitragserhöhung von 37,50 Euro entspräche.

Weitere Informationen beispielsweise unter www.heute.de und
www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,673995,00.html

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